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Die 1000 Augen des Dr. Mabuse
In seinem letzten Film widmete sich Fritz Lang zum dritten Mal der Figur des Dr. Mabuse, allerdings erreicht sein Werk zu keinem Zeitpunkt Handlungsdichte oder Atmosphäre der Vorgänger, wirkt eher wie ein solider Krimi in etwas größerem Rahmen. Der Plot ist nett gedacht, trotzdem fehlt es an memorablen Situationen, an Höhepunkten und an Auftritten des namensgebenden Verbrechergenies. Handwerklich ist Die 1000 Augen des Dr. Mabuse routiniert, aber etwas farblos, einzig die Darsteller sind recht gut, Gert Fröbe überzeugt durch sein charismatisches Auftreten. Das Finale ist zudem recht dynamisch gehalten, der Zeit davor fehlt aber genau dieses Element.
Die 12 Geschworenen Der Debütfilm von Sidney Lumet zählt zu den großen humanistischen Klassikern der Filmgeschichte. Das Kammerspiel offenbart am Beispiel eines Kriminalfalles die Schwächen und Stärken des amerikanischen Rechtssystems und zeigt dabei klar auf, dass die Möglichkeit einer Rechtssprechung durch das Volk große Probleme aufwirft. In Die 12 Geschworenen werden die Jurymitglieder Opfer von Vorurteilen, Populismus und mangelnder Faktenkenntnis, dem Regisseur und Drehbuchautor Lumet hehre Prinzipientreue eines Einzelnen entgegensetzt. Wenn auch der Werdegang des Plots zu glatt und etwas unplausibel erscheint, bietet der Film doch ein eindeutiges ideelles Statement, zeigt eine theoretische Möglichkeit auf und ist darüber hinaus aufgrund der guten Darsteller und der glänzend geschriebenen Dialoge auch noch unterhaltsam.
Die 120 Tage von Sodom Einer der umstrittensten Filme der Filmgeschichte ist ohne Zweifel Pasolinis Die 120 Tage von Sodom. Die Handlung ist gefüllt mit Mord, Erniedrigung, Vergewaltigung, alles unter dem Vorwand der Faschismuskritik, denn sonst so kultivierte Menschen mit Macht sind die Täter. Die Botschaft ist allerdings nur schwer zwischen all der Gewalt und dem Verspeisen von Exkrementen zu erkennen, weshalb Die 120 Tage von Sodom auch als geschmacklose Aneinanderreihung von abstoßenden Szenen interpretiert werden kann. Filmhistorisch relevant, ohne den Geschichtsaspekt jedoch ein groteskes Fresko eines fähigen Regisseurs.
Die 27. Etage
Bereits mit der ersten Szene erschafft Die 27. Etage enormen Suspense und eine Situation mit äußerst viel Potenzial. Wunderbar ist, dass es der mysteriöse Krimi trotz seines Alters sehr lange schafft, die Lösung zu verbergen, weil er verschiedenste Motive wirkungsvoll miteinander kombiniert. Das Finale ist leider etwas enttäuschend und kann die zuvor aufgebauten Erwartungen überhaupt nicht erfüllen.  Gregory Peck wirkt etwas steif in der Hauptrolle, dafür gefällt der ihn unterstützende Walter Matthau. Suspense ist zur Genüge vorhanden, dem Drehbuch fehlt jedoch die Situationsspannung, was die solide Regie von Edward Dmytryk nicht ausgleichen kann. So ist Die 27. Etage launige Unterhaltung, aber nicht überdurchschnittlich.  
Die 39 Stufen
Bereit 1935 erschien Hitchcocks früher Kriminalfilm Die 39 Stufen, der eines der temporeichsten Werke des Regisseurs darstellt: Von Beginn an vollzieht das Script diverse Ortswechsel, der Protagonist ist ständig in Bewegung und die Handlung episodenhaft. Die etwas wacklige Geschichte um Spionagegeheimnisse erweist sich als kurzweilig, wird zudem immer mal wieder mit etwas Humor gewürzt, dessen Höhepunkt sicherlich das abstruse Finale darstellt. Spätestens hier offenbart sich, dass Hitchcock keinen bis ins Detail ausgeklügelten Thriller, sondern ein spaßiges Abenteuer wider Willen im Sinn hatte. Folgerichtig ist Die 39 Stufen kein großer Film, aber durchweg unterhaltsam.
Die Außenseiterbande
Jean-Luc Godards Die Außenseiterbande ist eines der essentiellen und archetypischen Werke der Nouvelle Vague. Die Geschichte einer ménage à trois, deren Protagonisten Liebe und Geld, also eigentlich pure Freiheit suchen, ist schlicht, doch wie so oft bei Godard steht die Inszenierung im Vordergrund. Diese ist enorm verspielt, bietet unter anderem eine stumme Minute, experimentelle Schnitte und ungewöhnliche Einstellungen, was den Film insgesamt zum lockersten Werk des Regisseurs macht. Zudem weist Die Außenseiterbande einige Kultszenen der Filmgeschichte auf, wie etwa die Tanzszene der Protagonisten. Allerdings besitzt Godards Werk auch einige Makel: so stellt die Off-Kommentierung einen Fremdkörper dar und auch die Figurenzeichnung wirken wenig nachvollziehbar, sodass letztlich die Form gefällt, während der Film inhaltlich wenig hermacht.
Die Autos, die Paris auffraßen
Bevor der australische Regisseur Peter Weir es nach Hollywood geschafft drehte er mit Die Autos, die Paris auffraßen einen eigenwilligen Debütfilm, der irgendwo zwischen Groteske und Backwood-Horror angesiedelt ist. Weir zeichnet das Bild einer abstrusen Kleinstadtgemeinde mit skurrilen Charakteren und Ereignissen. Leider macht der Film aus seiner interessanten Grundidee zu wenig, die zweite Hälfte verliert nach und nach den Faden und gerät so recht langatmig, die eigenartigen Dialoge und das Finale fordern die Geduld des Zuschauers heraus.
Die Axt - Jobkiller
Mit Die Axt verfasste Regisseur Constantin Costa-Gavras einen überspitzten Kommentar auf Arbeitslosenkampf und Raubtierkapitalismus. Die Satire ist zwar überaus bissig, wird aber angenehm subtil vorgetragen und offenbart gerade durch diese Kontrastierung die Absurdität seiner Prozesse. Bisweilen gestaltet sich das Geschehen etwas zu langsam, trotz diverser Mordanschläge entfalten Drehbuch und Inszenierung kaum Dynamik. Allerdings vergügt Die Axt über einige schöne Pointen, offenbart letztlich, dass das sich gesamte System am Abgrund befindet und generiert ein perfides Vergnügen, obschon der Film auch leise Tragiken zum Vorschein bringt. Trotz kleiner Längen im Mittelteil ist Costa-Gavras insgesamt eine schöne Satire geglückt, die spätestens mit ihrer herrlichen Schlusseinstellung im Gedächtnis bleibt.
Die barfüßige Gräfin Einmal mehr widmete sich Regisseur Mankiewicz mit Die barfüßige Gräfin dem Portrait der Filmindustrie, die mit zynischer Betrachtungsweise als kalte, herzlose Maschinerie bloßgestellt wird. Allerdings erschien der Film 1954, vier Jahre nach Alles über Eva (auch von Mankiewicz) und Boulevard der Dämmerung, die klar die Referenzwerke bei derartiger Thematik darstellen. Gerade im Vergleich ist ersichtlich, dass Die barfüßige Gräfin zu keinem Zeitpunkt die inhaltliche Tiefe und die dichte Atmosphäre der beiden Filme aufweist, sondern routiniert und geradlinig einem archetypischen Muster folgt, deshalb jegliche Spannung vermissen lässt. Toll ist aber Humphrey Bogart, dessen Präsenz jede einzelne seiner Szenen aufwertet.
Die blaue Dahlie
Die blaue Dahlie basiert auf einem Drehbuch von Krimilegende Raymond Chandler und profitiert enorm von dessen Begabung für gute Dialoge und interessante Figuren. Trotz der vielen zwielichtigen Gestalten bleibt die Handlung aber doch recht simpel und überraschungsarm. Dafür gefallen die Hauptdarsteller Alan Ladd und die damalige Ikone Veronica Lake, die mehr durch verruchte Ausstrahlung denn durch großes Schauspiel überzeugt. Insgesamt verläuft Die blaue Dahlie stets auf solidem Niveau, reicht aber nicht an die ganz großen Klassiker der schwarzen Serie heran.
Die Braut trug schwarz Die Braut trug schwarz erzählt die Rachegeschichte einer Frau und lebt vor allem von der gleichzeitig intuitiven wie perfiden Art und Weise, in der die Protagonistin ihre Opfer um die Ecke bringt. Dies stellte nicht nur eine Inspiration für Tarantinos Kill Bill dar, sondern auch die kleinen Höhepunkte der ansonsten recht biederen Inszenierung, die so zwar das Thema nicht ausbeutet, allerdings auch nicht begeistern kann, da die Attentate schlicht aneinander gereiht werden und somit keine Spannung erzeugt. Die zurückhaltende Darstellung von Jeanne Moreau gefällt dagegen, durch das gute Drehbuch kommt keine Langatmigkeit auf.
Die Dame im See Die Dame im See ist eine durchschnittlicher Film Noir: obwohl Raymond Chandler die Vorlage schrieb, wirkt die Geschichte spannungsarm und ideenlos, die Charaktere sind kühl und erzeugen keine Empathie beim Publikum, sodass Die Dame im See letztlich wenig bewegt. Ein Alleinstellungsmerkmal hat der Film jedoch: er wird fast vollständig aus der subjektiven Perspektive der Hauptfigur erzählt, was den Film sehr aufwertet. Zwar sind einige Schnitte offensichtlich, dennoch ist die Konsequenz dieses Versuches, mehr als 60 Jahre vor Noés Enter The Void, beachtlich. Gleichzeitig fehlt Die Dame im See damit aber auch eine Hauptfigur, denn Marlowe bleibt quasi den gesamten Film über unsichtbar und hinterlässt eine merkliche Lücke.  
Die drei Tage des Condor Sidney Pollacks Politthriller hat eine tolle Ausgangsbasis und ist daher von Anfang an interessant, doch Spannung ensteht im weiteren Verlauf nur wenig. Als hinderlich entpuppt sich die Erzählweise, die unfokalisiert daherkommt, aber daraus keinen Nutzen zieht - es wäre sinnvoller gewesen, ausschließlich die Position des Protagonisten zu schildern. Etwas enttäuschend ist auch Redford, der zwar viel über seine Präsenz funktioniert, aber nicht immer glaubhaft agiert. Seine Figur, die wenig Profil hat, ist allerdings auch keine dankbare Rolle. Charismatisch agiert einmal mehr Max von Sydow in einer Nebenrolle. Mit dem Finale zieht sich das Script etwas feige und naiv aus der Affäre, was recht unbefriedigend wirkt.
Die durch die Hölle gehen Die Einführung ist viel zu langatmig. Dagegen bestechen die Szenen in Gefangenschaft durch Intensität und Dramatik. Insgesamt viel zu langes Epos, das einiges Potenzial verschenkt, aber dank der Darsteller, vor allem durch Walken, und dank des richtig guten Mittelteils einige Akzente setzen kann. Nachdem der Zuschauer die erste müde Stunde überstanden hat bieten die folgenden zwei Stunden einige Dramatik und ein starkes Ende.
Die Ehe im Kreise
Lubitsch' 1924 realisierter zweiter US-Film wurde als "Sex-Comedy" betitelt und bietet erwartungsgemäß einen munteren Reigen mehrerer Personen, die allesamt ausbrechen wollen aus ihren Beziehungen. Dabei ist der Humor mehr leichter Natur und wirklich zu fesseln vermag Die Ehe im Kreise nicht, die Dynamik von Lubitschs späteren Komödien geht dem Film aufgrund seines Stummfilmkorsetts natürlich ab. So ist Die Ehe im Kreise für Fans des Regisseurs oder von Stummfilmkomödien abseits der Slapstickgrößen wie Chaplin oder Keaton interessant, bietet aus heutiger Sicht aber nichts Überdurchschnittliches.
Die Einsamkeit des Langstreckenläufers Die Einsamkeit des Langstreckenläufers ist einer der wichtigsten Filme der British New Wave, konzentriert sich auf die Zeichnung des kargen Arbeitermilieus und punktet vor allem mit der tristen Atmosphäre - und mit Hauptdarsteller Tom Courtenay, der in seiner ersten Filmrolle eine außergewöhnliche Leistung abliefert und den Film komplett zu tragen vermag. Die Handlung selbst konzentriert sich auf die Hauptfigur, die aber auch dem Zuschauer gegenüber sehr verschlossen agiert und zur Interpretation anregt, ohne wirklich etwas von sich zu offenbaren. So ist es schwer, sich mit ihr zu identifizieren, Tony Richardsons Film setzt Geduld vorraus und ist wenig unterhaltsam.
Die erste Vorstellung Die erste Vorstellung ist ein äußerst intensiver Film, und dabei auch sehr anstrengend. Cassavetes konzentriert sich voll und ganz auf die Charaktere, zu denen der Zuschauer von allein einen Zugang finden muss. Dass dies gelingt liegt an den grandiosen Darstellern, insbesondere Gena Rowlands spielt geradezu ekstatisch, doch auch die anderen Mitglieder des Casts sind überzeugend. Die Grenze zwischen Schein und Sein, zwischen Theaterstück und Realität verschwimmt im Laufe des Films und fordert zum Mitdenken auf, was auch trotz einiger Längen sehr reizvoll ist und zum wiederholten Schauen einlädt. Cassavetes ist ein wahres Psychodrama gelungen.
Die fabelhafte Welt der Amélie Jeunet ist ein Garant für winzige Filmdetails, es gibt immer etwas zu entdecken: Skurriles, Witziges, Verschrobenes, Augenzwinkerndes; Dinge, die einfach schön sind. Die fabelhafte Welt der Amélie reduziert sich aber im Grunde zur Ansammlung jeunet'scher Details im Sekundentakt, der Reiz der netten Kleinigkeiten nutzt sich schnell ab, bei 2 Stunden Lauflänge bietet der Film zu wenig, denn Plot und Charaktere entwickeln sich nur im geringem Maße. Neben dem anfänglichen Charme gefällt aber der Score, der die Atmosphäre des Films unterstützt und ein großer Pluspunkt ist.
Die Farbe des Geldes 1961 erschien Haie der Großstadt, eine Verliererballade mit einem brillianten Paul Newman in der Hauptrolle. 25 Jahre später drehte Scorsese einen zweiten Teil, der die Charaktere wieder aufgreift. Die ersten zwei Drittel haben allerdings ihre Längen, und sind vollkommen auf die gut gespielte, aber nervige Figur von Cruise ausgerichtet. Ein Fehler, denn spätestens mit dem Schluß offenbart Scorsese, dass er sich eigentlich für Newmans Charakter interessiert, weshalb viele Szenen rückblickend überflüssig sind. Verwunderlich, warum soviel Zeit auf den Subplot verlagert wurde - angesichts der besseren Vermarktbarkeit von Cruise vielleicht eine Produzentenentscheidung, definitv nicht zum Vorteil des Films.
Die Faust im Nacken Die Faust im Nacken ist klassisches Hollywoodkino mit großartigen Darstellern: Malden, Steiger und Cobb gefallen in den Nebenrollen, während Marlon Brando alle überragt, sehr eindringlich spielt. Die Regie von Elia Kazan ist routiniert und durchdacht, die Kameraarbeit überzeugt ebenfalls. Das Drehbuch bietet eine ehrlich-bodenständige und deshalb glaubhafte Geschichte über klassische Themen wie soziale Ungerechtigkeit und innere Zwiespälte. Allerdings hat der Zahn der Zeit an Kazans Werk genagt, es wirkt bisweilen etwas altbacken, zudem ist die Spannungskurve eher flach.
Die Fliege Die Fliege machte Regisseur Cronenberg und Hauptdarsteller Goldblum 1986 berühmt. Der Film wurde ein Erfolg, was an der Gratwanderung zwischen Ekel und grausiger Faszination lag, die sich auch heute noch entwickelt. Die Darsteller spielen gut, Goldblums Wandlung wurde mit großartiger Maske umgesetzt, die Effekte sind für damalige Verhältnisse sehr gelungen. Die Handlung beginnt etwas ruhig, die Spannungskurve steigt zum Ende hin aber stark an und endet in gekonnter Dramaturgie und einigen Szenen, die auch heute noch auf den Magen schlagen.
Die Frau in den Dünen Hiroshi Teshigaharas Meistwerk ist ein intensives Erlebnis, fängt den Zuschauer schon nach kurzer Zeit mit hypnotischen Bildern ein. Dazu trägt die fantastische, reduzierte Musik sehr viel bei, trotz der Laufzeit von 147 Minuten und des nie wechselnden Handlungsortes fesselt der Film mit purer Kinomagie, die vor allem durch die großartige Bildgestaltung entsteht - Die Frau in den Dünen bietet Aufnahmen, an denen man sich einfach nicht satt sehen kann. Die Reduktion und Konzentration auf existenzielle Themen findet in der Handlung den idealen Nährboden und mündet in einem nachdenklich machenden Schluss. Die Frau in den Dünen ist nicht einfaches, aber gelungenes Kunstkino, das die Wucht der Natur und die Nichtigkeit der Menschen abseits von Konsumwelten durch körperlich fast fühlbare Bilder porträtiert und dabei vielseitig interpretierbar ist.
 
Die Frau mit der 45er Magnum Dass Regisseur Abel Ferrara seinen eigenen Stil hat ist unbestreitbar: fast jeder seiner Filme ist plakativ, voller Gewalt und überstilisiert, gekleidet in einen billigen Look aufgrund schmaler Budgets. Die Frau mit der 45er Magnum ist ein typischer Rape and Revenge-Streifen, in dem eine gefühlvolle Charakterzeichnung keine Rolle spielt, die Figuren sind nur über ihre Funktion definiert. Ferrara konzentriert sich exploitativ auf die Gewaltszenen und verzichtet seiner Natur gemäß auf jegliche Subtilität, sodass der Film äußerst platt daherkommt und nicht ernstgenommen werden kann.  
Die Fremde in dir Die Fremde in dir ist eine moralisch fragwürdige Selbstjustiznummer mit Versatzstücken von den Referenzen des Genres, ganze Szenen wurden aus Ein Mann sieht rot kopiert, etwas eigenes kann Die Fremde in dir nur zum Schluß bieten, dieser sprengt den Rahmen des für den Zuschauer Zumutbaren dann endgültig und endet in einem absurden, moralisch nicht vertretbaren Ende, das jeglicher Ironie entbehrt und daher nicht tragbar ist. Jodie Foster spielt recht gut, handwerklich ist der Film solide, das Script ist aber sein Papier nicht wert.
Die Gezeichneten ('22)
Der deutsche Stummfilm des dänischen Regisseurs Carl Theodor Dreyer behandelt die Judenpogrome in Russland zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Als Zeitbild besitzt Die Gezeichneten einige Stärken, die tragende Handlung ist allerdings wenig spannend. Die Geschichte gestaltet sich vorhersehbar und ist klar nur ein loses Gerüst, um darüber die politischen Unruhen zeigen zu können. Einige Einstellungen lassen bereits die Qualitäten Dreyers hinsichtlich der Bildgestaltung erkennen, die dieser später perfektionieren sollte, doch Die Gezeichneten wirkt reichlich altbacken und wenig zeitlos.
Die große Parade
King Vidors früher Antikriegsfilm wurde sichtbar aufwändig produziert und ist der kommerziell zweiterfolgreichste Stummfilm aller Zeiten. Vor dem Hintergrund des ersten Weltkrieges lernt der Protagonist die schönen Dinge des Lebens, Freundschaft und Liebe kennen, während die zweite Hälfte, die mit szenenweise durchaus spannenden Schlachtszenen gefällt, die Sinn- und Erbarmungslosigkeit des Krieges als herben Kontrast nutzt, was sehr gut funktioniert. Letztlich gestattet sich der Film zwar ein Happy End, macht dabei aber so einige Abstriche und gestaltet seine Botschaft damit deutlich. Auch als Dokument seiner Zeit ist Die große Parade durchaus sehenswert. Allerdings ist die Geschichte aus heutiger Sicht reichlich konventionell und vorhersehbar.
 
Die große Zarin
Josef von Sternbergs Die große Zarin ist altmodisches Ausstattungskino, dass sich vollkommen auf Star Marlene Dietrich konzentriert und die Geschichte des Aufstieges der deutschen Prinzessin Sophia zur russischen Zarin, die als Katharina die Großen ihren Platz in der Historie fand, schildert. Die Darsteller sind ordentlich und in punkto Sets und Kulissen ist Die große Zarin auf hohem Niveau, doch wirkt von Sternbergs Werk reichlich altbacken. Den Bildern sieht man die Studioumgebung förmlich an, weshalb nur wenig Atmosphäre generiert werden kann. Zudem gestaltet sich die Geschichte vorhersehbar und auch die Dialoge sind wenig originell geschrieben.  
Die Hölle von Korea
Die Hölle von Korea war der erste Film von Samuel Fuller, bei dem er sich mit dem Thema Krieg auseinandersetzte. Fuller, selbst Weltkriegsveteran, hatte mit einem kargen Budget zu kämpfen, was trotz der Reduktion von Schauplätzen und Figuren deutlich sichtbar ist. So ist Die Hölle von Korea kein Film großer Materialschlachten, sondern nähert sich dem Sujet über das Herunterbrechen auf einige wenige Soldaten und ihre Erfahrungen. Inszenatorisch wie plottechnisch ist Fullers Werk lediglich solide und auch Spannung kommt kaum auf, interessant ist aber die kritische Herangehensweise des Regisseurs und Drehbuchautoren - das gezeigte Verhalten der Soldaten sorgte in den USA für Skandale.
Die Insel Inhaltlich kopiert Die Insel mehr oder weniger dreist bei Huxleys Brave New World und Orwells 1984, gefällt jedoch vor allem durch seine futuristische Optik. Diese scheint stark von George Lucas' THX 1138 inspiriert worden zu sein, sorgt jedoch für einige Atmosphäre und ein realistisches Bild der Zukunft. Nach 50 Minuten fällt Die Insel jedoch in allen Belangen stark ab, entwickelt sich zu einem typisch seelenlosen Blockbuster, dessen Produktionsaufwand zu keinem Zeitpunkt die magere Geschichte, die uninspirierte Action oder die mäßigen Dialoge kaschieren kann. Auch die Entwicklung der Charaktere wird nach der Hälfte der Spielzeit eingestellt, was die Darsteller limitiert. So ist Bays Film überhaupt nicht fesselnd und schnell wieder vergessen.
Die Jungfrauenbrücke Eine der wenigen Komödien von Ingmar Bergman erzählt seine Fabel mit subtilem Augenzwinkern und gewitzter Handlung. Der große Kritikpunkt ist aber der Humor: es sind zu wenige wirklich lustige Szenen vorhanden, meist überwiegt ein intellektuelles Schmunzeln, richtige Pointen sind rar gesäht. Das Drehbuch zeichnet interessante Figuren, lässt bei den Dialogen aber jegliche Spitzzüngigkeit vermissen. Insgesamt ist Die Jungfrauenbrücke zu ernst geraten, viele Szenen offenbaren Bergmans Willen zur Komik und sind im Großen und Ganzen unterhaltsam, aber auch schnell wieder vergessen.
Die Katze ('71) Dass der Zuschauer an den wortlosen Gefechten der Protagonisten teilhaben kann liegt an dem großartigen Mienenspiel der Darsteller, sowohl Gabin als auch die Signoret können in diesen Spätrollen restlos überzeugen. Sie schaffen es, das Zuschauerinteresse trotz des Mangels an Handlung aufrecht zu erhalten, indem sie Situationsspannung erzeugen. Die Katze ist ein menschliches Drama, das keine Botschaft hat, aber viel Gefühl. Das gelungene Finale gibt dem Zuschauer dann den Anstoß zur Selbstreflexion.
Die Katze auf dem heißen Blechdach Aus der hitzig-schwülen Südstaatenatmosphäre erwächst sich schnell ein Zustand höchster Spannung, wenn die lang gepflegten Egos und Neurosen der Charaktere aufeinander prallen. Die Theaterherkunft ist dem Film stets anzumerken, allerdings positiv: trotz einiger zu großer rhetorischer Gesten sind die ausgefeilten Dialoge hervorragend, sie beschreiben sehr gut die Figuren, verhandeln klug verschiedendste, zeitlose Thematiken und sorgen für viel Spannung; trotz der Laufzeit leistet sich Die Katze auf dem heißen Blechdach keinen Durchänger, was auch den außerordentlichen Darstellern zu verdanken ist, insbesondere Paul Newman ist fantastisch.
Die Kunst des negativen Denkens Die Kunst des negativen Denkens verkörpert in seinen besten Momenten die wunderbaren Tugenden der schwarzhumorigen skandinavischen Komödien, mit konsequentem Sarkasmus und liebenswerten Charakteren. Allerdings ist die Aussage des Films sehr undifferenziert und verhindert jede Stellungnahme schon im Ansatz. Wirklich gelungene Gags sind rar gesäht, auch die Handlung lässt in der zweiten Hälfe stark nach, sodass der Film trotz der kurzen Laufzeit nicht immer zu unterhalten weiß. Die Darsteller waren aber scheinbar mit viel Spaß dabei und machen ihre Sache gut.
Die Legende vom Meister der Rollbilder Keni Mizoguchis Spätwerk Die Legende vom Meister der Rollbilder beruht auf einer Geschichte, die sich 1715 tatsächlich zugetragen haben soll. In gewohnt nüchternen, durchdachten Einstellungen erzählt Mizoguchi ein klassisches Melodram. In der ersten Hälfte werden die Figuren und ihr Umfeld vorgestellt, im zweiten Teil eskaliert die Situation. Paradoxerweise ist die Exposition weitaus interessanter als der eigentlich dramatischere zweite Abschnitt des Films, der weniger zu fesseln vermag als der Beginn. Dafür wird die Geschichte aber konsequent zu Ende geführt.  
Die Legende von Bagger Vance Robert Redford führte Regie bei diesem seichten Film für die ganze Familie. Die Bilder sind schön, die Darsteller sind nicht gefordert aber geben sich Mühe den schablonenhaften Charakteren Leben einzuhauchen, das gütige Dauerlächeln von Will Smith nervt spätestens nach der Hälfte der Spielzeit. Die Dialoge sind nett und humorvoll geschrieben, die Erzählweise gefällt ebenfalls. Ein kleiner, netter, stets bequemer und positiver Film.
Die letzte Frau

In Die letzte Frau ist Gerard Depardieu in den meisten Szenen nackt, während Regisseur Ferreri plakative Frontalaufnahmen favorisiert und den Film somit von vorneherein zum Skandalfilm verdammt. Das ist insbesondere deshalb schade, da das Thema wirklich interessant ist und einiges Potenzial hat: Die Rolle des Mannes im gesellschaftlichen Sozialgefüge steht zur Diskussion und wird mit einigen guten Denkanstößen behandelt. Am Ende kann Ferreri es aber nicht lassen und mindert die Qualität des Films, indem er ein fragwürdiges Finale konstruiert und die guten Seiten von Die letzte Frau erheblich beschneidet.

 
Die letzte Nacht des Boris Gruschenko Die letzte Nacht des Boris Gruschenko ist untypisch für Allen im Russland des 18. Jahrhunderts angesiedelt und bietet somit reichlich Vorlagen für Parodien über Religion und Militarismus. Natürlich widmet sich der Autor auch einmal mehr seinem Lieblingssujet, der Beziehung zwischen Männern und Frauen. Außerdem bietet der historische Rahmen reichlich Gelegenheiten für die kleinen, bisweilen surrealen Slapstick-Gags, die szenenweise eher an Monty Python als an Woody Allen erinnern. Trotz einiger netter Einfälle bleibt Die letzte Nacht des Boris Gruschenko jedoch letztlich viel zu beliebig und unstet, fesselt kaum und ist insgesamt leidlich unterhaltsam, ohne besondere Höhepunkte zu bieten.
Die Mächte des Wahnsinns Die Mächte des Wahnsinns bietet sehr gute Schauspieler (insbesondere Sam Neill), eine unverbrauchte Handlung mit einigen gruseligen und kafkaesken Momenten und gelungene Bilder. Zwei Dinge werden dem Film aber zum Verhängnis und blockieren vorhandenes Potenzial: Einerseits das niedrige Budget, das dem Film allzu oft anzumerken ist, außerdem die unstete Handlung. Die gute Grundidee wurde in einigen Szenen hervorragend umgesetzt, unverständlicherweise wirken ebenso viele Szenen uninspiriert und unfertig, sodass Die Mächte des Wahnsinns ein wechselhaftes Vergnügen darstellt.
Die Millionen eines Gehetzten Es ist zwar untypisch, dass Jean-Pierre Melville mit Die Millionen eines Gehetzten eher ein Road-Movie denn einen Thriller inszenierte, allerdings sind viele Motive des Regisseurs auch hier enthalten. Getragen wird der Film klar von seinen beiden Hauptdarstellern, sowohl Belmondo als auch Vanel spielen überzeugend und haben Charisma. Im Gegensatz zu Melvilles anderen Werken gibt es allerdings kein konkretes Ziel, auf das die Protagonisten hinarbeiten, vielmehr geht es dem Regisseur um die Entwicklung seiner Figuren, weshalb die Handlung immer mal wieder in den Hintergrund tritt. So kommt kaum Spannung auf und auch die Fatalität ist emotional nicht so packend ist wie in anderen Filmen des Meisters.

Die Müßiggänger Die Müßiggänger schwankt zwischen einer Beschreibung seines Milieus im Stil des Neorealismus, autobiographischen Einflüssen von Regisseur Fellini und einer satirischen Überzeichnung mit einer Spur Humor. Das Ergebnis will keine großen Geschichten erzählen und ist mehr eine Collage verschiedener kleinerer Begebenheiten, die vom Off-Erzähler miteinander verwoben werden. Dabei setzt sich Fellini durchaus kritisch mit dem Wesen italienischer Kleinstädte und der eigenen Jugend auseinander, zeigt aber neben der Monotonie auch immer etwas Hoffnung. Dadurch, dass sich das Drehbuch aber nicht auf eine Figur fokussiert, geht dem Film etwas die Nähe zum Publikum verloren.  
Die Mumie ('32) Die Mumie überzeugt durch seine mystische Geschichte, die gerade in der ersten Hälfte zu gefallen weiß. Das titelgebende Geschöpf wird ansehnlich von Boris Karloff gespielt, der viel zu oft auf seine Rolle in den Frankenstein-Filmen reduziert wird. Nach der Hälfte der Spielzeit nimmt der Erzählfluss zu sehr ab und auch das Finale enttäuscht, handwerklich und vor allem atmosphärisch ist Die Mumie aber gelungen. Die Dialoge zeigen, dass die Zeit nicht spurlos an dem Film vorbeigegangen ist, bedingt durch die kurze Laufzeit ist der Film allerdings ein sehr kurzweiliger Klassiker.
Die Nacht Die Nacht stellt den zweiten Teil einer Trilogie dar, in der Michelangelo Antonioni die Entfremdung der Menschen sowohl untereinander (in der Ehe der Protagonisten) als auch gesellschaftlich darstellt. Sein Film zeigt erstarrte Leere und Tristesse, indem das Innenleben der Figuren durch das trostlos dargestellte Mailand auch im Äußeren gespiegelt wird. Passenderweise ist die Handlungsebene äußerst reduziert und fordert zusammen mit der konsequenten formalen Strenge einige Geduld vom Publikum. Subtile Andeutungen der Empfindungen der Figuren sind zwar vorhanden, doch Antonionis Werk stellt ihren Ist-Zustand dar, sodass es sich schwierig gestaltet, daraus tiefere Einsichten über Vergangenheit und Zukunft zu gewinnen.  
Die Nacht der lebenden Toten Mit Die Nacht der lebenden Toten schuf George A. Romero 1968 den Vorreiter aller modernen Zombiefilme. Seine Low-Budget-Produktion erschafft mit einfachsten Mitteln ordentlich Atmosphäre und auch einiges an Suspense. Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen dieser Art sind die Zombies nur ein Mittel zum Zweck, ein Katalysator für die Spannungen und Ängste der Helden, deren Konflikte für die psychologische Spannung sorgen und neben den groben Schwarz-Weiß-Bildern den eigentlichen Reiz von Romeros Werk darstellen. Durch den sparsamen Einsatz von Horrorelementen funktioniert Die Nacht der lebenden Toten auch heute noch recht gut, zumal das bösartige Finale in Erinnerung bleibt.
Die Nacht des Jägers Die Nacht des Jägers ist ein Thriller mit einem grandiosen Robert Mitchum, auch die anderen Darsteller überzeugen. Der Film kommt schnell zur Sache und einige Szenen bestechen durch hohe Situationsspannung, andere haben dagegen ihre Längen. Die Handlung ist gut geschrieben, lediglich das Ende offenbahrt Schwächen in der Dramaturgie. Die Bilder sind symbolträchtig, der Score gelungen. Die Nacht des Jägers bietet gute Unterhaltung und auch noch einige sozialkritische Ansätze, lässt in der zweiten Hälfte aber stark nach.
Die Nacht des Mörders Ôshima Film Die Nacht des Mörders ist ein kryptisches und langatmiges Werk, dass sich über den gesamten Verlauf in überzeichneten Sex- und Gewaltfantasien ergeht und sein Publikum damit völlig alleine lässt. Dabei ist das Gezeigte weder ironisch-witzig, noch eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Gesellschaft. Nach unzähligen endlosen Dialogen kommt im letzten Drittel etwas Bewegung in den bis dahin kammerspielartigen Film, das Tempo entsteht allerdings auch nur durch unmotivierte Morde, sodass Die Nacht des Mörders bis zuletzt wenig Sinn zu entnehmen ist.
Die nackte Insel Kaneto Shindos Film Die nackte Insel ist noch existenzieller als die anderen Werke des Regisseurs, erzählt von einer Familie, die auf einer eigentlich unbewohnbaren Insel wohnt und ihren gesamten Tagesablauf auf das reine Überleben ausgerichtet hat. Dabei kommt der Film ohne Dialoge aus und lässt die fantastischen Bilder und die schöne Musik für sich sprechen, während die Schwerstarbeit der Bewohner im Zentrum des Gezeigten stehen. Interessant ist der Aufbau der Handlung, der sich an den Tätigkeiten und Jahreszeiten orientiert. Die nackte Insel ist ein Film zum Mitdenken, gleichwohl aber auch sehr kühl und distanziert und nicht auf Unterhaltsamkeit ausgerichtet. Es ist schwierig, Anteil am Schicksal der Figuren zu nehmen, trotzdem hat Shindos Werk seinen eigenen Reiz.  
Die nackte Kanone Die nackte Kanone zählt nicht ohne Grund zu den Klassikern des modernen Slapstickkinos. Neben dem komödiantischen Talent von Hauptdarsteller Leslie Nielsen gefällt vor allem der trockene Humor der Dialoge, die sich vielfach in kurzen One-Linern ergeht. Dabei leistet sich der Film von Anfang bis Ende keine witzfreien Durchhänger. Was aber etwas missfällt ist die recht uninspirierte Handlung, die viel Potenzial verschenkt und mit ihrem biederem Wesen nicht wirklich zur übertriebenen Inszenierung passt. Hier fehlt die Konsequenz, Form und Inhalt anzugleichen.
Die Narbenhand
Der sehr einflussreiche Film Noir Die Narbenhand stellte die erste Zusammenarbeit des erfolgreichen Duos Ladd/Lake dar und ist ein Prototyp für Filme, in denen ein anfänglich gefühlskalter Protagonist eine innere Wandlung durchläuft. Die Narbenhand ist kein übermäßg spannender Film, seine Grundgeschichte ist eher schlicht, allerdings ist die konzentrierte Inszenierung von Regisseur Frank Tuttle, das Zusammenspiel der Darsteller und die kalte Großstadtatmosphäre sehr schön. Zudem ist Die Narbenhand mit 80 Minuten Spielzeit ein kompakter Film und weist keinerlei Längen auf.
Die neun Pforten
Bei dem Mysterythriller Die neun Pforten verzichtet Regisseur Polanski auf Schockeffekte und inszenierte einen altmodischen, subtilen Film, der bewusst lange offen lässt, ob die Geschichte übersinnlicher Natur ist. Inhaltlich hat Die neun Pforten allerdings seine Schwächen. Die Figuren haben kaum fassbare Charaktereigenschaften und bieten somit wenig Identifikationsfläche, der Plot erinnert im weiteren Verlauf mehr und mehr an Groschenromane, wird immer abstruser und verpasst es, Situationsspannung aufzubauen. So wirkt Die neun Pforten recht künstlich, ist aber zumindest effektvoll inszeniert. Das Finale ist aber enttäuschend, weil Polanski sich aus der Affäre zieht, ohne Stellung zu beziehen.
Die Passion der Jungfrau von Orléans Mit Die Passion der Jungfrau von Orléans schuf Regisseur Carl Theodor Dreyer einen handwerklich beachtenswerten Stummfilm. Er verzichtete völlig auf herkömmliche Schauwerte und zeigt inmitten von kargen Kulissen und einer schlichten Handlung vor allem eines: Menschen. Zu großen Teilen ergeht sich der Film in bildfüllenden Großaufnahmen menschlicher Gesichter und lässt sein Publikum das Leid von Jeanne d'Arc und den Zorn ihrer Richter im wahrsten Sinne des Wortes hautnah erleben. Die Kameraarbeit ist hervorragend und die Darsteller sind ebenfalls großartig, insbesondere Hauptdarstellerin Falconetti. Die Zwischentitel stören allerdings erheblich und wären nicht immer nötig gewesen, zudem leidet Dreyers Film an seinem bekannten und wenig fesselden Plot.

 

Die Puppe ('19)
Der noch in Deutschland produzierte Stummfilm gehört zum Frühwerk von Ernst Lubitsch und ist wohl einer der kurzweiligsten Stummfilme überhaupt. Die Geschichte wird geschwind erzählt und besitzt viele wunderbare Pointen, für Lubitsch typische Geschlechtergags und zudem noch eine ordentliche Portion Slapstick und Situationskomik. Auch optisch überzeugt Die Puppe szenenweise mit expressionistischen Bildern. Bei den guten Darstellern gefällt vor allem Ossi Oswalda als vermeintlich mechanische Puppe, die wunderbar schelmisch und mit vollem Körpereinsatz spielt. Lubitsch hat einen der unterhaltsamsten Filme seiner Zeit geschaffen, der auch heute noch sehenswert und amüsant ist.  
Die purpurnen Flüsse II Das Fortsetzungen im Allgemeinen schlechter als die Vorgänger sind ist bekannt, in diesem Falle ist der Qualitätsunterschied aber beträchtlich. Teil II lässt nicht nur sämtliche Stärken des Erstlings ungenutzt, sondern überrascht mit einer hanebüchenen Handlung, die viel zu hastig, fast schon hysterisch inszeniert worden ist und zudem haarsträubende Ungereimtheiten aufweist. Trotz des Budgets sieht der Film eher nach einem B-Movie aus, einzig die unterforderten Darsteller sind solide, sämtliche anderen Aspekte sind unterdurchschnittlich bis ärgerlich, sodass Die purpurnen Flüsse II gemieden werden sollte.
Die Rechnung ging nicht auf Die Rechnung ging nicht auf gehört zu Kubricks Frühwerk und ist ein geradliniger Gangsterfilm, dessen Charaktere und Figurenkonstellationen an den Film Noir erinnern. Ohne überflüssige Szenen und mit vielen kleinen, knappen Dialogen entsteht ein kurzweiliges Heist-Movie, das aber vor allem atmosphärisch enttäuscht. Dies liegt zum großen Teil am allwissenden Erzähler, der komplett überflüssig ist und den Realismus und die Spannung bricht. Zwar wird Die Rechnung ging nicht auf trotz seiner schlichten Aufmachung nie uninteressant und auch das Ende gefällt sehr gut, Spannung kommt allerdings zu keinem Zeitpunkt auf, der Film wirkt etwas altbacken.

Die Regeln der Gewalt Die Regeln der Gewalt erfreut vor allem damit, dass der Film nicht einfach dem Standardfahrplan eines Genres folgt sondern vieles nur andeutet, Spannung, Action und ruhige Momente sind gut ausbalanciert, zudem wurden jegliche Klitschees umgangen. Die Handlung wirkt recht realistisch, ist aber recht vorhersehbar, eines der wenigen Mankos des Films. Ausgeglichen wird das aber durch die frischen Charaktere, begünstigt durch die sehr glaubhaft agierenden Schauspieler. Hauptdarsteller Josph Gordon-Levitt mimt den Protagonisten mit beachtlicher Ambivalenz.
Die Reifeprüfung Mike Nichols' Debütfilm ist durch seine Musik von Simon & Garfunkel und die Leichtigkeit der Inszenierung ein Trip zurück in die Sechziger, der viel Charme hat. Leider touchiert das Drehbuch die eigentlich interessanten Aspekte der Handlung, die Orientierungslosigkeit der Protagonisten, nur am Rande und schwenkt gerade in der zweiten Hälfte zu sehr zum romantischen Aspekt des Plots über. Überzeugend ist das Hauptdarstellerduo um (den eigentlich schon zu alten) Dustin Hoffman und Anne Bankcroft. Die Reifprüfung hat einiges an Esprit und Atmosphäre, inhaltlich wäre aber mehr drin gewesen.
Die Reise zum Mond Der erste Science-Fiction Film der Geschichte wurde mit Bühnenkulissen zu einer Zeit gedreht, in der Mondflüge absolut utopisch waren. Dementsprechend humorvoll ist die Landung im rechten Auge des Mondes anzusehen. Die Reise zum Mond hat natürlich nur noch filmhistorischen Wert, das Engagement der Macher ist dem im Jahr 1902 gedrehten Film anzusehen, in der heutigen Zeit ist Die Reise zum Mond ein Rückblick auf eine gänzlich andere Zeit des Filmschaffens, mit 14 Minuten Laufzeit recht kurz, die Bewertung ist eher zu vernachlässigen.  
Die rote Lola Die rote Lola ist ein Krimi mit einigen Screwball-Anleihen, mit denen Hitchcock einen recht kurzweiligen und augenzwinkernden Film geschaffen hat. Obwohl der Regisseur das Publikum auf eine falsche Fährte lockt, tritt die Spannung in den Hintergrund, weil Hitchcock auf launige Rollenspiele und Situationskomik setzt. Sehr schön sind auch die Dialoge. Die Schauspieler überzeugen, einmal mehr gefällt vor allem Marlene Dietrich als kalte Femme Fatale. Dabei ist Hitchcocks Werk solide inszeniert und bietet im Großen und Ganzen nette Unterhaltung, der etwas die Würze in Form von Spannung abgeht.
Die rote Wüste Die rote Wüste stellt Antonionis ersten Farbfilm dar und nutzt dieses Mittel wesentlich für Bildgestaltung, die oft symbolhaft akzentuiert wird und darüber hinaus einmal mehr eine leere Welt zeigt, die mit ihren umweltschädlichen Industrieanlagen die innere Leere der Gesellschaft und der Hauptfigur (gut: Monica Vitti) wiederspiegelt. So drückt Die rote Wüste zwei Stunden lang Tristesse und Haltlosigkeit aus, lässt sich aber nur schwer fassen, weil Antonionis Intention oder Moral nur schwer zu entschlüsseln ist und zu großen Teilen nur über einen Zugang durch die Bilder funktioniert, also über den Kopf, nicht über Gefühle.
Die roten Schuhe Mit Die roten Schuhe schuf das Regisseursduo Powell und Pressburger ein Drama in Ballettkreisen, das geschickt das Sujet des titelgebenden Stückes nach Hans Christian Andersen mit dem der Hauptfigur erknüpft. Das Drehbuch stellt die Sehnsüchte der drei Hauptfiguren gegeneinander und erzeugt so Konflikte, die leider erst im letzten Viertel behandelt werden. Davor herrscht zwar nicht unbedingt Langeweile, allerdings eine gewisse Vorhersehbarkeit, über die die Darsteller und die Kulissen hinweghelfen. Handwerklich ist Die roten Schuhe durchaus gelungen, das Drehbuch kommt jedoch nicht in Fahrt.
Die Schlangengrube Es ist gleichzeitig beeindruckend wie auch überraschend, wie beiläufig und doch harsch Regisseur Anatole Litvak die menschenunwürdigen Zustände in der Psychatrie offenlegt. Die Summe von kleinen Details zeichnet ein bedrückendes Bild von starren Regeln und gleichgültigem Personal, ohne dabei in platte Schwarz-Weiß-Malerei zu verfallen. Durch die tolle Bildgestaltung erfährt das Publikum zusammen mit der von Olivia de Havilland wahrlich bravourös gespielten Protagonistin von innen heraus die Schrecken der amerikanischen Psychatrie der 40er Jahre. Das Ende schmälert zwar die Dramatik und Wucht des Dramas, trotzdem ist Litvak ein berührender Film gelungen, der im Gedächtnis bleibt.  
Die schrecklichen Kinder Selten waren Melvilles Filme so energiegeladen, schnell und verspielt wie in der ersten Hälfte von Die schrecklichen Kinder. Der Einfluss von Co-Regisseur und Romanautor Jean Cocteau war sichtlich groß und beeinflusste Melvilles sonst so strengen Stil. Dennoch bietet Die schrecklichen Kinder die typisch düsteren, trostlosen Bilder des Regisseurs, beeindruckt mit grandiosem Setdesign und expressiver Bildgestaltung, erschafft so eine fesselnde Atmosphäre. Aufgrund des Romans von Cocteau verfügt die Verfilmung außerdem über wunderbare Dialoge und interessante Figuren.Das drastische Finale ist ebenso gut wie das Spiel der Darsteller. Die schrecklichen Kinder ist ein zeitloses Werk von zwei überaus fähigen Filmemachern und erzeugt einige Nachwirkung.
Die schwarze Narzisse Anfangs ist es kaum zu glauben, dass hier das Thrillerspezialistenduo Powell/Pressburger verantwortlich war, zu verhalten ist der Beginn der Geschichte und zu farbenprächtig ist das Technicolour, besonders gelungen sind die Matte Paintings, die den eigentlich im Studio gedrehten Film aussehen lassen wir an Originalschauplätzen gedreht. Die erste Hälfte von Die schwarze Narzisse wirkt wie die Grundlage für ein Melodram, verankert den uns fremden Handlungsort und wirkt inhaltlich recht bieder, steigert sich aber zu einem mit Wahnsinn und Niedergang angefülltem Finale. Einzig die biedere erste Hälfte verhindert, dass der handwerklich und schauspielerisch gute Film als überdurchschnittlich gewertet werden kann.
Die schwarze Natter Die schwarze Natter ist vor allem handwerklich sehr interessant. Um zu vermeiden, für die Hauptfigur des Verbrechers, die ihr Aussehen chirurgisch verändern lässt, zwei Darsteller zu nutzen und Bogarts Rolle einzuschränken, ist seine Figur im ersten Drittel des Films nie zu sehen, viele Szenen wurde aus der subjektiven Perspektive des Protagonisten gedreht. Davon abgesehen verläuft die Geschichte ohne Durchhänger und lebt von der feinen Figurenzeichnung, die sich auch auf die Nebencharaktere erstreckt. Zudem gefällt die Kameraführung, wogegen das Ende eher enttäuschend ausfällt.  
Die Schwestern von Gion Die Schwestern von Gion gilt als einer der wichtigsten Vorkriegsklassiker des japanischen Kinos und überzeugt als Sozialdrama, dessen Pessimismus eine nachdrückliche Gesellschaftskritik formuliert. Regisseur Kenji Mizoguchi schildert das Schicksal zweier Schwestern überaus präzise und offenbart, dass in der von Männern beheerschten Welt weder traditionelle Demut noch emanzipierte Gegenwehr eine Option für den Gewinn von persönlichem Glück darstellen, dass die Rolle der Frau in der japanischen Gesellschaft unsicher ist und durch Willkür der Männerwelt bestimmt wird. Dabei erweist es sich als Trumpf, dass Mizoguchi das Geschehen nicht moralisiert und keine Stellung bezieht. Schnell wird klar: Es gibt keine einfache Lösung.  
Die Schwindler Fellinis fünfter Spielfilm ist sein vielleicht bestes Werk: die neorealistischen Wurzeln sind noch vorhanden, doch Die Schwindler lässt sich nicht auf einen Kern reduzieren, ist melancholisch, mal leichtfüßig, mal ernsthaft und immer mit direktem Bezug zum Leben. Die Welt des Films ist kalt, geschäftsmäßig und frei von jeder Moral, denn Freunde gibt es nicht, jeder betrügt jeden. Die finale Kartharsis hätte unbarmherziger nicht gestaltet werden können und wird von der geerdeten Inszenierung und den realistischen Bildern unterstützt. Auch die Darsteller sind sehr gut, Hauptdarsteller Broderick Crawford besitzt eine starke Präsenz und bietet eine große Identifikationsfläche für das Publikum.
Die Sensationsreporterin Der Film von Regiealtmeister Sydney Pollack ist eher durchwachsen: Für einen Thriller fehlt die Spannung, für ein Drama die Dramatik, für eine Liebesgeschichte die Romantik und auch die politischen Aspekte spielen eher eine untergeordnete Rolle. Die Sensationsreporterin wirkt inhaltlich recht belanglos und vermag es kaum, Interesse zu erzeugen, sodass einzig die kalte Aura von Paul Newman einen Bezugspunkt für das Publikum schafft, während Sally Field in der Hauptrolle nicht überzeugend agiert. Die Geschichte dümpelt mit einigen Längen dahin und ist folgerichtig selbst im Finale eher mau, bietet insgesamt viel zu wenig.
Die sieben Samurai
Wer sich ernsthaft mit Filmen auseinander setzt kommt an Akira Kurosawas Die sieben Samurai nicht vorbei. Der klassische Aufbau der Geschichte gefällt und schlägt anfangs ein gut balanciertes Tempo an, gibt den Figuren Raum zur Entfaltung. Doch die Charaktere sind entweder viel zu schlicht gestaltet, oder aber zu übertrieben. Insbesonders Mifunes Figur ist überzeichnet, was der overactende Darsteller weiter potenziert. Die zweite Hälfte ist zudem recht langatmig geraten, dafür gefallen Kameraarbeit und Bilder.
Die Spur des Fremden Die Grundidee gefällt und ist unverbraucht, die Jagd nach einem Naziverbrecher in einer amerikanischen Bilderbuchkleinstadt wird vor allem mit Elementen des Film Noir erzählt, wodurch das freundliche Setting kontrastiert wird. Welles' Regie ist makellos und pointiert, dem Drehbuch dagegen geht der straffe Erzählfluss nach zwei Dritteln etwas verloren. In einigen Szenen tritt die Kriminalgeschichte in den Hintergrund, um die Beziehungen der Figuren zu beleuchten, was die Dramaturgie etwas schmälert. Dafür überzeugen die Darsteller, Robinson spielt seine typische Rolle ausgezeichnet, Orson Welles mimt den Antagonisten ebenfalls ansprechend.
Die Stadt der Blinden Die Handlung bietet sehr viel Potenzial mit dem Setting des urbanen Überlebenskampfes, mit existenziellen Fragen des Menschseins und der Möglichkeit für zahlreiche Allegorien. Auch die Charaktere sind interessant. Die ersten zwanzig Minuten sind spannend. Doch dann ruiniert das schlechte Script den Film: die Figuren -allesamt mündige Erwachsene- handeln äußerst fragwürdig, dumm und nicht nachvollziehbar. Jegliche Identifikation mit den realitätsfernen Figuren geht schnell verloren, der Film gerät zum unglaubwürdigen Ärgernis, angesichts der gelungenen Bildgestaltung sehr schade.
Die Stadt der verlorenen Kinder Nach Delicatessen erdachten sich Jeunet und Caro Die Stadt der verlorenen Kinder, die genau wie ihr vorheriger Erfolg auf eine märchenhafte, oft skurrile Welt aufbaut. Diese ist auch wunderbar umgesetzt und mit interessanten Charakteren versehen. Dazu sind die Darsteller gut, besonders Ron Perlman und Judith Vittet. Leider fehlt dem Film genau das was Delicatessen auszeichnete: eine gelungene Handlung. Delicatessen bot Humor und abstruse Situationen, Die Stadt der verlorenen Kinder wirkt wie ein überdrehter Film Noir mit kruder Narration.
Die Stunde des Jägers Eine konventionelle Story neu und blutig aufgelegt: Tommy Lee Jones jagt Benicio del Toro, das Tempo ist konsequent hoch, die Handlung ist durchgehend grobmotorisch und die Kämpfe sind packend, schnell, realistisch und daher auch kompromisslos blutig. Die Stunde des Jägers zeigt deutliche Anleihen an den ersten Teil von Rambo. Das größte Manko ist die Eröffnungsszene, die über ihr Ziel hinausschießt und viel zu plakativ und in seiner Grausamkeit nicht gutzuheißen ist. Davon abgesehen ist Die Stunde des Jägers ein kurzweiliger Reißer.
Die Teuflischen Die Grundzüge der Handlung und auch die Figuren werden bedächtig aufgebaut, es passiert anfangs nur wenig, es gibt kaum Musikuntermalung und ausschließlich ruhige Bilder. Doch dann entfaltet sich der Film und überrollt den Zuschauer mit Situationsspannung, einer Story mit Mysteryelementen und so einigen Überraschungen. Die packende Atmosphäre und die überzeugenden Darsteller fesseln bis zur letzten Minute. Die Teuflischen vereint alles was das Thrillergenre zu bieten hat und zählt klar zu den besten Filmen in diesem Sektor.
Die üblichen Verdächtigen Die üblichen Verdächtigen mag im ersten Augenblick konventionell wirken, doch bietet Brian Singers Film famoses Erzählkino, das die verschiedenen Handlungsepisoden geschickt miteinander verknüpft und den Plot wie aus einem Guss wirken lässt. Die Pointe ist sehr gelungen, doch aufgrund der gekonnten Narration überzeugt Die üblichen Verdächtigen auch bei erneuten Sichtungen mit viel Suspense, treffsicheren Dialogen und vollkommenen Verzicht auf Effekthascherei. Toll sind auch die Darsteller, die selbst den Nebenfiguren viel Profil verleihen, während Spacey und Byrne in den größeren Parts gefallen.
Die Unbekannte Giuseppe Tornatores Drama über den Neuanfang einer gescheiterten Frau bietet hervorragende, recht stilisierte Bilder, einen ansprechenden Score von Ennio  Morricone und gut aufgelegte Darsteller. Leider lässt das Script zu wünschen übrig: Die Handlung entwickelt sich kaum voran und die Dialoge sind belanglos, Die Unbekannte macht anfangs neugierig und lässt dann stark nach, wobei gerade das Finale unglaubwürdig wirkt.
Die Unbestechlichen Investigativer Journalismus scheint ein altmodisches Relikt zu sein, ebenso wie Filme, die ohne Nebenplots, ohne Frauen, Sidekicks oder kleine Actioneinlagen auskommen. Die Unbestechlichen ist einer jener positiv altmodischen Filme, der sich vollkommen auf die geradlinige Inszenierung der interessanten Handlung und seine beiden ausgezeichneten Hauptdarsteller verlässt. Es fehlt zwar an Spannung, doch dafür ist die Atmosphäre dicht und die Figuren glaubhaft. Die Dialoge hingegen sind etwas langweilig, insgesamt ist Die Unbestechlichen routiniert aber farblos.
Die unglaubliche Geschichte des Mr. C. Angesichts des Entstehungsjahres muss man dem Film Respekt zollen für seine Bildgestaltung: mit einfachen Mitteln wurde die für den Protagonisten immer größer werdende Welt glaubhaft in Szene gesetzt. Das Setdesign und die Effekte überzeugen und erschaffen eine glaubhafte Umgebung. Natürlich ist der Plot recht vorhersehbar, die kurze Spielzeit und die Tatsache, dass keine Längen vorhanden sind, kaschieren aber die dünne Handlung. Auch narrativ hat der Film seine Macken, insgesamt hat Die unglaubliche Geschichte des Mr. C. aber einigen Charme und ist durchweg unterhaltsam.
Die Verachtung Godards bester Film wirkt anfangs sehr verschlossen: die Bilder sind recht trist, die Figuren oberflächlich, die Geschichte wenig ergiebig. Im weiteren Verlauf offenbaren sich jedoch verschiedendste Ebenen, Godard thematisiert in fließenden Übergängen menschliche (Liebes)Beziehungen, die gleichsam banal wie tiefgehend sind und ebenso den Konflikt von Kunst und Kommerz. Dies alles geschieht unter dem Deckmantel der schlichten Handlungsebene, sodass folglich die Präsenz der Darsteller den Film tragen muss. Dies gelingt vor allem dank Brigitte Bardot, die endgültig zur Ikone wurde.
Die Vergessenen Regisseur Luis Buñuel zeigt das problembehaftete Leben einer Gruppe Straßenkinder in Mexiko. Im Laufe des Films kommt die Handlung immer mehr in Fahrt und endet dramatisch. Ein tolles Drama für Zuschauer die sich auf das gemächliche Tempo und das Alter des Films einlassen. Die Vergessenen ähnelt City of God, ist allerdings 52 Jahre älter, hat im Lauf der Zeit aber nicht an Aktualität und Aussage verloren.
Die verlorene Ehre der Katharina Blum Die verlorene Ehre der Katharina Blum ist nicht nur ein gelungenes Drama, sondern vor allem eine immer noch aktuelle Kritik am Sensationsjournalismus. Der Werdegang der Hauptfigur verläuft kontinuierlich abwärts, dank des guten Drehbuchs und der wunderbaren Angela Winkler in der Hauptrolle kann der Zuschauer stets mitfühlen, die zynische Arbeitsweise der Reporter schockiert noch heute und der Schluss regt sehr zum Hinterfragen der Medien an. Die verlorene Ehre der Katharina Blum vereint sehr schön die medienkritischen mit den dramatischen Motiven und ist heute noch genauso aktuell wie zur Zeit seiner Entstehung.
Die Vögel Mit Die Vögel schuf Hitchcock einen seiner bekanntesten Filme. Der Plot beginnt gemächlich und steigert sich fortwährend, ungewöhnlich für Hitchcock kommt nicht nur Suspense, sondern auch Situationsspannug auf. Handwerklich ist der Film ebenfalls interessant. Die Effekte sind sehr gelungen, die Perspektiven wunderbar, der Verzicht auf jegliche Filmmusik war eine gute Entscheidung. Dass das obligatorische "The End" zum Schluß fehlt gibt dem Ganzen noch eine kritische Fußnote. Die Vögel ist nie langweilig, ein wenig träge allerdings schon. Auch die Charaktere können nicht restlos überzeugen, das Ende ist etwas abrupt.
Die Wahrheit
In Die Wahrheit schiebt Regisseur Clouzot die Liebe zwischen die Mühlen der Justiz. Ob es sich dabei überhaupt wirklich um Liebe, ihre Vorstufen oder gar um Hass handelt, muss nicht nur von den Geschworenen, sondern auch vom Zuschauer entschieden werden. Die Wahrheit zeigt sehr viel von Leid, vom Fremdgehen, losen und festen Bindungen und ist atmosphärisch dicht und menschlich nachvollziehbar. Sehr gut sind die Darsteller, die Leistung von Bardot ist wesentlich besser als ihr Ruf. Die Parallelmontage von Gerichtsszenen und Rückblenden kann einer gewissen Langatmigkeit nicht abhelfen, sie aber zumindest etwas eingrenzen. Letztlich fehlt es aber an wirklich mitreißenden Szenen.  
Die Welle Die Welle ist fast schon typisch für die zeitgenössische deutsche Kinolandschaft: Es ist alles nett gemeint, solide gemacht und doch misslungen. In diesem speziellen Fall liegt es nicht an den couragierten Schauspielern oder der Handlung mit Potenzial, sondern in der plakativen Inszenierung, die Feingefühl vermissen lässt und ein ganz schlechtes Holzhammerende bereithält,  jegliche Glaubwürdigkeit zerstört. Zu keinem Zeitpunkt ist der Film wirklich ernstzunehmen, Spannung kommt so nicht auf und eine Identifizierung mit den kantenlosen Charakteren ist nicht möglich.

Die wilden Zwanziger

Durch die Wochenschau-artigen Ausführungen kann der Zuschauer den Geist der Zeit gut nachfühlen, Atmosphäre baut sich schnell auf. Wunderbar sind die Darsteller, James Cagney beeindruckt mit großer Präsenz, in den Nebenrollen gefallen Bogart, George und Sawyer. Die Geschichte um Aufstieg und Fall eines Kriminellen ist archetypisch, überraschenderweise ist gerade der Aufstieg nur unzureichend dargestellt, der Abstieg ist überzeugender. Das Ende wirkt recht aufgesetzt, dank der Darsteller und der Dialoge ist Die wilden Zwanziger zumindest unterhaltsam.

 



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