
E
| Ed Wood |
 |
 |
Sicherlich ein Grundstein für die Popularität des Regisseurs ist die nicht ganz korrekte Biographie von Tim Burton, dem es gelingt, Ed Woods Wesen und närrische Kreativität mit den richtigen Szenen zu beschreiben. Dies war natürlich nur dank Johnny Depps Schauspiel möglich, der sichtlich in seiner Rolle aufgeht, sich aber manchmal hauchdünn am Overacting befindet. Teilweise wirkt die Figur etwas zu naiv, grundsätzlich ist Leben und Wirken Ed Woods aber mit viel Liebe zum Detail wiedergegeben worden. Neben der Situationskomik (dank der guten Dialoge) wird es immer dann ernst, wenn der grandiose Martin Landau als Bela Lugosi an die Vergänglichkeit von Ruhm erinnert. |
 |
| Eden Lake |
 |
 |
Eden Lake ist im Grunde klassischer Backwood-Horror. Die Handlung lässt sich viel Zeit, der Turn kommt dann schnell und lässt der langsamen Anfangsphase viele blutige und vor allem, unlogische Momente folgen. Das Drehbuch ist schlecht, die Charaktere verhalten sich unglaubwürdig, das Geschehen wirkt arg konstruiert. Das Ende übertrifft den Rest noch, wirkt aufgesetzt und scheint einzig auf den plakativen Effekt hin gedreht worden zu sein. Aufgrund des wirren Scripts ist der Zuschauer zu verärgtert, um auch nur einen Hauch von Atmosphäre verspüren zu können.
|
 |
Eden Log
|
 |
 |
Der Anfang des Films ist richtig stark, er bringt Dunkelheit, Verwirrung und Desorientierung, dazu die schwarz-weißen Bilder, die eine unheimliche Atmosphäre entstehen lassen und den Zuschauer an den Fernseher fesseln. Der Plot offenbart sich kaum, der Protagonist weiß ebenso wenig wie das Publikum, somit fühlt es mit der Figur mit. Auch die kalte, futuristische Welt ist interessant. Dann wächst langsam der Storyanteil - und enttäuscht bitterlich. Die Handlung ist schwach, die Actionszenen sind unansehnlich und lahm. Die erste halbe Stunde von Eden Log ist wunderbar, die Stunde danach leider ganz und gar nicht. |
 |
| Edward mit den Scherenhänden |
 |
 |
In erster Linie ist Edward mit den Scherenhänden eine gesellschaftskritische Parabel am Beispiel einer amerikanischen Vorstadtsiedelung. Die Charakterzeichnung ist dabei sehr gelungen, die Kreuzung von Märchenhaftem mit dem Urbanen gefällt ebenfalls. Letztlich fehlt dem Film aber Schärfe oder Biss, er nutzt das kritische Setting lediglich für eine nette Liebesgeschichte, statt die Missstände unbequem zu entlarven. Die Darsteller sind gut, Depps Leistung wird etwas von der zurüchaltenden Rolle beeinträchtigt, doch die Nebendarsteller gleichen dies wieder aus. |
 |
| Ein Aufstand alter Männer |
 |
 |
Schlöndorff drehte Ein Aufstand alter Männer für einen amerikanischen Fernsehsender und erzählt die Geschichte einiger Afroamerikaner im Seniorenalter, die erstmals, und sei es auch nur passiv, Widerstand gegen die weiße Gesellschaft in den Südstaaten leistet. So lobenswert wie das Thema sind auch die ersten zwanzig Minuten, in denen der Widerstand beginnt. Danach herrscht allerdings Stillstand, das Drehbuch kann weder anrühren noch Spannung erzeugen, der Film lässt jegliche Dramaturgie vermissen und wirkt wie eine seelenlos fertiggestellte Auftragsarbeit, die selbst im Finale recht beliebig und belanglos wirkt und daher insgesamt nicht mehr als die Grundidee zu bieten hat. Einzig die Darsteller überzeugen. |
 |
| Ein Baum wächst in Brooklyn |
 |
 |
Das Regiedebüt des großen Elia Kazan basiert auf einem mit dem Pulitzerpreis prämierten Roman, was sich sichtlich auf die Gestaltung der Figuren auswirkt. Diese erhalten viel Raum und werden empathisch geschildert, sodass das Publikum Anteil am Schicksal der Familie nimmt. Die Zeit, in der die Geschichte spielt, wird stimmungsvoll wiedergegeben, weshalb Ein Baum wächst in Brooklyn auch einige Atmosphäre aufweist. Die zwei Stunden Länge vermag Kazans Werk jedoch nur knapp auszufüllen, eine Straffung des Stoffes wäre vorteilhaft gewesen, bisweilen ist der Film etwas behäbig. |
 |
| Ein Fremder ohne Namen |
 |
 |
Der Spätwestern ist vor allem in der ersten Hälfte recht gelungen und interessant, die Hauptfigur wird von Clint Eastwood auf typisch wortkarg-coole Weise verkörpert. Die Handlung bietet solide Standardkost und die Charaktere sind recht einfach gehalten, etwas Besonderes bietet Ein Fremder ohne Namen nicht, Langeweile kommt aber auch nie auf. Der Film steuert recht höhepunktarm auf das Finale zu, dessen Inszenierung sehr kurzweilig ist. Ein Fremder ohne Namen kommt zu keinem Zeitpunkt an die besten Werke des Genres heran, ist aber recht unterhaltsam. |
|
| Ein Gesicht in der Menge |
 |
 |
Mit Ein Gesicht in der Menge schuf Elia Kazan ein gelungenes Werk, das zum Hinterfragen von Massenmedien aufruft, indem es exemplarisch die Mechanismen hinter den Kulissen aufzeigt. Dabei bedienen sich Drehbuch und Inszenierung szenenweise durchaus selbst effektheischender Mittel, was jedoch nicht übertrieben wirkt, sondern das Geschehen zielsicher (über)steigert. Die pointierten und szenenweise bissigen Dialoge bewahren ihre Relevanz auch mehr als fünfzig Jahre nach der Veröffentlichung des Films. Abgerundet wird Ein Gesicht in der Menge durch die hervorragenden Darsteller. Insbesondere Andy Griffith brilliert in der Hauptrolle, die sein Filmdebüt markierte, durch enorm charismatisches Auftreten. |
|
| Ein Haufen verwegener Hunde - Inglorious Bastards |
 |
 |
Ein Haufen verwegener Hunde hat nur wenig mit Tarantinos Weltkriegsscharmützel zu tun, unabhängig davon aber einiges zu bieten. Die italienische Produktion verfügt über viel trashigen Charme und schafft es dabei aber, nicht in platten Klamauk auszuarten. Der Film nimmt sich selbst nicht ernst und mischt lockere Dialoge mit coolen Charakteren, einer wahnwitzigen Handlung, einigen Running Gags und Absurditäten und der guten alten Mischung aus Action und etwas nackter Haut. Die Darsteller finden ebenfalls den richtigen Grad an Verrücktheit, ohne aufgesetzt zu wirken. Ein Haufen verwegener Hunde ist somit beste Unterhaltung mit dem gewissen Trashcharme, auch handwerklich ist der Streifen gar nicht übel. |
 |
Ein Kind zu töten
|
 |
 |
Der Anfang gestaltet sich recht langatmig, trotzdem baut sich schnell eine dichte Atmosphäre auf. Die Darsteller sind eher mäßig, tragen aber zur schlichten, realistischen Aufmachung bei. Im weiteren Verlauf steigt die Spannung und Neugierde auf eine Lösung für die ungewöhnliche Geschichte. Diese bleibt der Film aber schuldig, einzig die grausige Diashow in den ersten Minuten bietet einen weit hergeholten Ansatz. Die Spannungskurve sinkt bei fortlaufender Laufzeit, Ein Kind zu töten kann keine Überraschungen und keine dramaturgischen Höhepunkte aufweisen, die finale Pointe gefällt allerdings. |
 |
Ein kurzer Film über das Töten
|
 |
 |
Der Titel sagt schon sehr viel aus, Kieslowki schuf wirklich einen kurzen Film über das Töten. Er erzählt eine einfache Geschichte mit schlichten, realistischen Mitteln und verzichtet dabei auf eine Wertung des recht unbequem inszenierten Films, diese muss der Zuschauer selbst finden. Unterhaltsam ist der Film nicht, das wäre angesichts des moralischen Themas aber auch ungerechtfertigt. Das dargestellte Geschehen ist ähnlich wie oft bei Fassbinder trist und ungeschminkt. Zum Nachdenken über die Todesstrafe, über Mord des Einzelnen und des Staates bringt Kieslowski auf jeden Fall, anstrengend ist der Film aber auch. |
 |
Ein Liebeslied
|
 |
 |
Jean Genets 25-minütiger Kurzfilm sorgte in den prüden 50er Jahren für einen Skandal, die Darstellung homosexueller Gefängnisinsassen und -wärter war auffsehenerregend. Natürlich kann Ein Liebeslied in seiner kurzen Laufzeit keine große Geschichte erzählen oder gar eine Dramaturgie aufbauen, inszenatorisch ist der Film aber interessant. Die dynamische Musik und vor allem der Schnitt sind sehenswert, die wortlose Stilistik des Films erinnert sehr an die Werke der Stummfilmära. |
|
| Ein Mann wird gejagt |
 |
 |
Ein Mann wird gejagt zeichnet das Portrait einer Südstaatenkleinstadt, deren Spießbürger in Nichtstun, Neid, Missgunst und Scheinheiligkeit dahinvegetieren, gebunden in langweiligen Ehen, aus denen sie mit wechselnden Partnern ausbrechen. Die Bürger entlarven sich selbst, als ein Ausbrecher (der junge Redford) in die Kleinstadt kommt; sämtliche Moral verkommt zugunsten einer sensationsheischenden Hysterie. Sehr lethargisch, aber doch charismatisch agiert Marlon Brando in der Hauptrolle als Sherriff, der das Unheil kommen sieht. Arthur Penn adaptierte die Theaterversion des Stoffes zu einem nicht unbedingt spannenden, aber sehr kritischem Werk, das alles in allem sehenswert ist. |
|
Ein Mensch der Masse
|
 |
 |
Der Stummfilm von King Vidor ist ein spätes Highlight seiner Periode und überrascht durch erstaunliche Modernität: Sowohl narrativ als auch inszenatorisch ist Ein Mensch der Masse enorm dynamisch und pointiert, sehr souverän und stimmig erzählt und gut getimt. Die Geschichte mag vorhersehbar sein, doch hat sie viel Charme und ist durchaus spannend, weil die Protagonisten sympathisch geschildert werden und das Publikum mit ihnen mitfühlen kann. Die Intention ist recht simpel, hat jedoch aufgrund ihrer Allgemeingültigkeit nicht an Relevanz verloren und macht Ein Mensch der Masse auch heute noch sehenswert. |
|
| Ein perfekter Mord |
 |
 |
Das Remake von Hitchcocks Bei Anruf Mord macht nicht viel falsch, ist aber, typisch Remake, einfach überflüssig. Die Darsteller sind ok, Douglas agiert mal wieder seine Paraderolle als kaltherziger Yuppie, Paltrow ist solide, Mortensen darf nicht zeigen was er kann. Die Story ist simpel, besitzt aber eine gewisse Grundspannung, das Finale verläuft hingegen enttäuschend. Hitchcock konnte es vor 35 Jahren schon besser, das Original ist dem Remake erwartungsgemäß vorzuziehen.
|
 |
Ein Prophet
|
 |
 |
Dass der Cannes-Gewinner von 2009 trotz seiner Überlänge zu keinem Zeitpunkt langatmig gerät ist der Verdienst der pointierten Regie, der gelungenen Kameraführung und dem sehenswerten Schnitt. Überzeugend sind auch die Leistungen der Darsteller, die für Authentizität sorgen, wo die Inszenierung etwas zu viel will. Als Schwachpunkt erweist sich das Drehbuch, dem es nicht gelingt, dem Zuschauer die Figuren nahe zu bringen, ihre Welt nachfühlbar zu machen. So entsteht keine Empathie, weshalb das Schicksal der Protagonisten nicht berührt und der Film nicht fesselt. |
 |
| Ein streunender Hund |
 |
 |
Ein streunender Hund ist ein Kriminalfilm im Stile des amerikanischen Film Noir, den Regisseur Kurosawa sehr schön ins Japanische übersetzt. Wo in Amerika steter Schatten das Geschehen begleitet, ist es in Japan der Hochsommer, der das ganze Land dünstet und alle Ereignisse grell untermalt. Die zugrundeliegende Geschichte benötigt deutlich zu lange, um in Fahrt zu kommen, die Exposition gestaltet sich viel zu zäh und auch der Mittelteil ist wenig fesselnd, in der letzten halben Stunde läuft Kurosawa jedoch zur Hochform auf, inszeniert fesselnd die nun vorhandenen memorablen Einzelszenen. Davor fehlt es Ein streunender Hund an Suspense oder Überraschungen.
|
|
Ein Toter spielt Klavier
|
 |
 |
Der von den Hammer-Studios produzierte Thriller mit Horrorelementen gefällt vor allem durch seine gut getimten Höhepunkte, die effektvoll in Szene gesetzt werden. Zwar wirken Plot wie Charaktere immer mal wieder dicht am Klischee, doch zieht das Script seinen Reiz genau aus diesen Anwandlungen hin zum Pulp, um dann doch noch im letzten Moment die Kurve zu kriegen und damit den Zuschauer zu überraschen. Insbesondere die twistreiche zweite Hälfte ist überzeugend, wie auch das Spiel der wunderbaren Hauptdarstellerin Susan Strasberg. |
 |
| Ein Z und zwei Nullen |
 |
 |
Die Filme von Peter Greenaway sind zwar immer recht sperrig, besitzen aber meist auch einen tieferen Sinn. Ein Z und zwei Nullen ist von vorne bis hinten vollgestopft mit Verweisen, Referenzen und vielen vielen Symbolen, eine konventionelle Handlung ist dagegen im Grunde überhaupt nicht vorhanden. Sie scheint eher Mittel zum Zweck zu sein für die kleinen Spitzfindigkeiten des Regisseurs, man muss aber schon ein Faible für bizarre Rätsel haben - oder Professor in Psychologie sein. Für alle anderen dürfte Ein Z und zwei Nullen kaum verständlich sein, eher sehr trocken, langatmig und unbefriedigend.
|
 |
| Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen |
 |
 |
Ein in einem Gefängnis angesiedeltes Kammerspiel ist wie geschaffen für den Stil von Robert Bresson, den Beweis führte der Regisseur mit Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen. Bresson trennt konsequent Bild und Ton, sodass zwei unabhängige Ebenen entstehen, die Hauptfigur und Zuschauer gleich doppelt zusammenschweißen: im trockenen Knastalltag haben beide nichts anderes als die eigenen Gedanken. Bedingt durch die kaum stattfindende Entwicklung und den begrenzten Raum benötigt das Publikum Durchhaltevermögem, selbst der finale Ausbruchsversuch ist wenig spannend, hier scheitert der Film an Bressons Stil. Dafür belohnt der Film den Zuschauer aber mit äußerst dichter Atmosphäre. |
|
| Eine Dame verschwindet |
 |
 |
Nachdem in der Eingangssequenz die wichtigsten Personen vorgestellt werden spielt der Rest des Films im Zug, was der Spannung zugute kommt. Der Zuschauer kann mit der Hauptfigur mitfühlen, doch auch die anderen Figuren verkommen nie zu profillosen Statisten. Was dem Film zum Verhängnis wird ist die Auflösung nach zwei Dritteln der Laufzeit, Spannung kommt danach nicht mehr auf, insbesondere das Ende zieht sich dadurch erheblich, einzig die guten Darsteller wissen den Zuschauer dann noch zu unterhalten. |
 |
Eine Laune
|
 |
 |
Yasojiro Ozus früher Stummfilm Eine Laune weist schon viele Motive seine späteren Filme auf, behandelt Verantwortung für die Familie, Armut und andere soziale Komponenten. Überraschen kann die im Vergleich zum Hauptwerk des Japaners lockere Inszenierung; insbesondere die humorvolle Anfangsviertelstunde und die liebevollen Charaktere zeigen dies. Der Mittelteil ist etwas langatmig geraten und vermag nicht wirklich zu fesseln, das moralische Ende gefällt aber. Für Fans von Ozu empfehlenswert, wenn auch insgesamt nicht so tiefgehend wie spätere Werke des Filmemachers.
|
|
| Eine reine Formalität |
 |
 |
Guiseppe Tornatores Film Eine reine Formalität verfügt mit Depardieu und Polanski über zwei wunderbare Hauptdarsteller, die ihren Charakteren viel Charisma verleihen können. Als reines Kammerspiel ist der Film bereits großartig, verfügt über superbe Dialoge, düster-kafkaeske Atmosphäre und einen jederzeit interessanten Plot. Doch Eine reine Formalität ist mehr als seine Kriminalhandlung vermuten lässt, die Pointe gehört zu den besten der Filmgeschichte und lässt die Zweitsichtung zu einem neuen Erlebnis werden. Hier wurden unzählige Details gefühlvoll verknüpft und zu einem einmaligen Film vereint, der in jeder Hinsicht großartig ist. |
 |
| Einer flog über das Kuckucksnest |
 |
 |
Milos Formans Werk ist einer der großen Klassiker der 70er Jahre und bietet bis in die Nebenrollen große Schauspielkunst. Besonders gefallen die eiskalte Loise Fletcher in der Rolle ihres Lebens sowie Jack Nicholson, der überragend spielt und die Zuschauersympathien schnell auf seine Seite zieht. Das famose Drehbuch von Einer flog über das Kuckucksnest entwirft das Bild eines autoritären Systems, das die durchweg liebenswert gezeichneten Protagonisten knechtet und verzichtet dabei auf Klischees wie auch auf jegliches Pathos und setzt stattdessen auf wunderbar menschlich geschilderte Charaktere. Die so entstehende Herzlichkeit ist es, die dem Film seine große emotionale Wirkung verleiht und Einer flog über das Kuckucksnest zu einem der großen Dramen der Filmgeschichte macht. |
 |
| Einsam sind die Tapferen |
 |
 |
Einsam sie die Tapferen kann getrost als geistiger Vorgänger von Rambo bezeichnet werden, setzt statt Action jedoch auf Dramatik. Der Film erzählt vom Schicksal eines Einzelgängers, der sich in der modernen Gesellschaft nicht mehr zurechtfindet und ein Opfer der sich weiter entwickelnden Zivilisation wird. Kirk Douglas überzeugt in dieser Rolle durch sein Charisma und wirkt perfekt gecastet. Trotz des langsamen Tempos funktioniert die Dramaturgie, die in einem Finale mündet, das in Erinnerung bleibt. Handwerklich gefallen die teilweise imposanten Bilder und die passende musikalische Untermalung. Einsam sind die Tapferen ist ein sehenswertes Plädoyer für mehr Toleranz und menschliche Wärme in einer Welt, in der Ideale dem Fortschritt geopfert werden.
|
|
| Ekel |
 |
 |
Der Auftakt zu Roman Polanskis Mieter-Triologie besticht durch seine Wandlung der Welt der Hauptfigur:die Normalität mutiert zum einem Alptraum, der mit seiner symbolhaften Gestaltung das Unterbewusstsein des Publikums anspricht und die dünne Handlung obsolet werden lässt. Grandios ist das Spiel der Deneuve, ebenso die subjektive Inszenierung von Polanski. Kameraarbeit, Setdesign und Spezialeffekte erschaffen den Horror aus dem alltäglichen, die Gewaltspitzen sind intensiv und fesselnd. Trotzdem vermag die Atmosphäre nur stellenweise auf den Zuschauer überzugreifen, denn bei aller Subjektivität ist Ekel ein kühler Film, der das Publikum stets auf Distanz hält. |
 |
| El Topo |
 |
 |
Jodorowskys Kultfilm El Topo ist als Dokument des experimentellen Films der 70er Jahre nicht uninteressant und ein klassischer Vertreter der Midnight Movies, gelungen ist das Werk jedoch nicht. Die erste Hälfte ist als mythischer Western angelegt und für Liebhaber überhöhter Filme interessant, im weiteren Verlauf verliert sich El Topo jedoch in seiner schwurbeligen Metaphernflut. So ist zwar Jodorowskys Versuch, unter dem Deckmantel des surrealen und bisweilen drastischen Films einen Kommentar auf Gesellschaft und Religion zu verfassen, interessant, aber enorm sperrig und viel zu weitläufig. Das gezielte Töten von Tieren während der Drehbarbeiten ist darüber hinaus sehr fragwürdig. |
|
| Elephant |
 |
 |
Das unkonventionelle Drama von Gus van Sant, Teil II seiner Trilogie des Todes, war die direkte Antwort auf Littleton. Die Kamera folgt einigen Schülern ununterbrochen durch die Schulflure, was die Geduld des Publikums auf die Probe stellt, nach einiger Zeit allerdings einen fast hypnotischen Sog entwickelt. Dieser wird vor allem durch die dokumentarische und sehr schnittarme Kameraarbeit generiert. Dabei verstrickt sich van Sant jedoch mit der Idee, die Bilder unkommentiert für sich sprechen zu lassen, denn durch die Distanz ist eine Identifikation mit den Figuren kaum möglich, sodass der weitere Verlauf des Films dann doch eher unberührt zurücklässt. Unbestreitbar ist, dass Elephant ein polarisierender und ambitionierter Film ist, auch wenn inhaltlich einiges im Argen liegt ist Elephant durchaus sehenswert. |
 |
| End Of Days |
 |
 |
Ein untypischer Film mit Schwarzenegger, der keinen cooler Helden, sondern einen müder, abgehalfterten Mann verkörpert. Die Handlung ist natürlich gewohnt schlicht, die Charaktere dagegen haben zumindest etwas Profil, was an den engagierten Darstellern liegt: Byrne spielt den Teufel mit ironischem Spaß, Pollack gefällt auch und selbst Schwarzenegger zeigt mehr als zwei Gesichtsausdrücke. End Of Days ist zwar nicht um Innovation bemüht und manchmal nahe an der Albernheit, in einigen Momenten aber gar atmosphärisch und spannend, zumindest aber durchgehend kurzweilig. Etwas mehr Ironie und etwas weniger Religionswirrwarr hätte dem Film gut zu Gesicht gestanden. |
 |
| Endstation Sehnsucht ('51) |
 |
 |
Einer der großen Klassiker der amerikanischen Filmgeschichte nach Vorlage von Tennessee Williams' Theaterstück, das vor allem mit seinen grandiosen Darstellern und der unheimlich dichten Südstaatenatmosphäre gefällt. Die schwerfällige Inszenierung wirkt etwas altbacken und weist insbesondere im Mittelteil einige Längen auf, Endstation Sehnsucht ist typisches Darstellerkino. Marlon Brando und Vivien Leigh tragen den Film aber recht gut, auch die Dialoge sind sehr gut. Die Handlung lässt im Mittelteil leider stark nach, die Charaktere entwickeln sich kaum weiter. |
 |
Engel der Verlorenen
|
 |
 |
Engel der Verlorenen (Alternativtitel: Der trunkene Engel) bedeutete die erste Zusammenarbeit zwischen Kurosawa und Mifune, der seine erste Hauptrolle spielte. Wahrhaft grandios ist der zweite Hauptdarsteller des Films, Takashi Shimura, dessen eindringliche Verkörperung im Gedächtnis bleibt. Engel der Verlorenen ist kein Film der großen Spannung und nutzt sein Yakuza-Sujet, um von Idealen im Kampf mit der unnachgiebigen Realität zu erzählen, von Lebenserfahrung und gesellschaftlichen Missständen. Die humanistische Botschaft ist lobenswert und auch ordentlich umgesetzt, die Inszenierung ist allerdings recht langatmig geraten. Insgesamt bietet Engel der Verlorenen solides Sozialkino. |
 |
| Enter The Void |
 |
 |
Gaspar Noés dritter Langfilm ist formal ein grandioses Wagnis, ein Erlebnis mit seiner konsequent subjektiven Kamera aus Sicht der Hauptfigur und den unzähligen, elegischen und von allem irdischen losgelösten Kamerafahrten, die durch Beton und Fleisch dringen und ins Innere der Dinge sehen, nur um sich wieder in den Weiten Tokios zu verlieren. Die Optik ist äußerst gelungen, doch leider kann der Regisseur inhaltlich ganz und gar nicht überzeugen, hat schlicht nichts zu erzählen und ergeht sich in vagen Andeutungen und unnötigen Zuschaustellungen von nackter Haut. Mit kurzer Spielzeit wäre Enter The Void ein gelungener kleiner Drogentrip geworden, bei 150 Minuten Lauflänge ist der Film aber ein leeres Werk, dessen beeindruckende Inszenierung davor bewart, in ganz niedrige Wertungsgefilde abzurutschen. |
 |
| Enthüllung um Mitternacht |
 |
 |
Dass Billy Wilder das Drehbuch für Enthüllung um Mitternacht schrieb ist dem Film jederzeit anzumerken. Die Geschichte spielt wunderbar mit den verschiedenen Gesellschaftsschichten und lässt deren Figuren gekonnt aufeinander los, um das an Dialogwitz und Situationskomik reiche Ergebnis zu erzeugen. Dass erinnert an Lubitsch und Sturges, hat jedoch szenenweise eine Feinheit, die eben nur Wilder gelingt. Wunderbar sind die namenhaften Darsteller, insbesondere das Duo Claudette Colbert und Don Ameche funktioniert hervorragend. Das Tempo ist hoch, die Pointen sitzen und das Finale ist rund und gefällt: Enthüllung um Mitternacht ist eine überdurchschnittliche Screwballkomödie. |
|
| Equilibrium |
 |
 |
Equilibrium bedient sich ausgiebig bei den großen Dystopien, füllt seine konventionelle Geschichte mit umfassenden Motiven aus Orwells 1984 und ergänzt dies mit Elementen aus den Werken von Huxley und Bradbury. Daraus resultiert zwar etwas mehr Substanz, doch geht dies auf Kosten der Spannung, weil die Motive altbekannt und vorhersehbar sind - mehr eigene Ideen wären wünschenswert gewesen. Der Look der Bilder ist szenenweise recht ordentlich, wirkt bisweilen jedoch auch etwas künstlich. Die Action ist unterhaltsam und rasant inszeniert, erzeugt jedoch keine Situationsspannung. Christian Bale und Sean Bean können durch ihre Präsenz überzeugen, werden jedoch nicht besonders gefordert. So bietet Equilibrium letztlich routiniertes Actionkino, dass in allen Belangen solide ist, inhaltlich jedoch nur eine dünne Lightfassung der bekannten literarischen Dystopieklassiker aufweist. |
 |
| Eraserhead |
 |
 |
Der erste Langfilm von David Lynch bietet surreale, stechende Schwarz-Weiß-Bilder und ist überaus interpretierbar. Die skurrilen Ideen besitzen aller Simplizität zum Trotz einige Wirkung, dazu schuf Lynch eines der abstoßensten Geschöpfe der Filmgeschichte. Eraserhead ist die Essenz von allem was Lynch ausmacht und eine Sichtung wert, sofern man mit der Nichtbeachtung gängiger narrativer und struktureller Konventionen klar kommt.
|
|
| Es war einmal in Amerika |
 |
 |
Formal ist Es war einmal in Amerika ein sehr gelungener Film: die Bilder transportieren die Atmosphäre der Ära wunderbar, die Kameraarbeit ist durchdacht und gekonnt und auch narrativ nutzt das Drehbuch den weiten zeitlichen Rahmen interessant. Dazu gefallen auch die Ausstattung, die Kulissen und natürlich die Darsteller. Allerdings misslingt es Leone, den Film episch zu gestalten; einige Längen und ein unstetes Tempo fallen negativ auf. Enorm fragwürdig ist die omnipräsente, nicht nachvollziehbare Frauenfeindlichkeit, die Leones Werk einige schwerwiegende Tiefpunkte beschert. |
 |
| Essential Killing |
 |
 |
Essential Killing handelt zwar von einem auf der Flucht bedindlichen vermeintlichen Taliban-Terroristen, doch der 73-jährige Regisseur Skolimowski entpolitisiert den Film vollends und konzentriert sich zur Gänze auf die existenzialistischen Aspekte des Plots: es geht nicht um Weltanschauungen, sondern um den Freiheitsdrang eines Einzelnen im unbarmherzigen Konflikt mit Natur und Verfolgern. Essential Killing ist mit seiner Schnörkellosigkeit, dem verzicht auf eine herkömmliche Dramaturgie und der Konzentration auf den Ist-Zustand ein Film zum Mitfühlen und Erleben, der Unterhaltungsaspekt steht eher im Hintergrund. Einmal mehr überzeugend ist der sehr körperlich spielende Hauptdarsteller Vincent Gallo, während der Film insgesamt zu wenig effektvoll geraten ist. |
 |
| Eureka |
 |
 |
Eureka wirft seine Protagonisten mit einem schrecklichen Ereignis in eine völlig fremde Welt, in der ein Alltag nicht existiert. Die Entscheidung, den Score zu beschränken und die Bilder konsequent in monochromen Farben zu halten, ist gelungen und fördert die von der Zeit losgelöste Atmosphäre. Auch wenn 3,5 Stunden Spielzeit recht happig sind und eine Stunde durchaus einzusparen gewesen wäre, wirklich langatmig ist Aoyamas Film nicht. Inhaltlich verliert sich sein Werk aber zu sehr in Nichtigkeiten und driftet zum Ende hin stark ab, der auslösende Moment wurde dagegen viel zu kurz abgehandelt, sodass die Wucht nicht auf das Publikum übergreifen kann und das Innenleben der Figuren nicht so gut nachzuvollziehen ist. |
 |
| Europa |
 |
 |
Der zweite Teil von Lars von Triers Europa-Triologie bietet einen wahnsinnig dicht inszenierten Trip in die alptraumhafte Welt eines kafkaesken Film Noirs. Die Bildern sind vollgezogen mit Atmosphäre und in ihrem kontrastreichem Schwarz-Weiß beklemmend und düster, während der Plot über weite Strecken offen bleibt, der Zuschauer nur einen Bruchteil der Handlung erfährt und daraus äußerst viel Suspense entsteht. Der hypnotische Erzähler und die sich immer weiter zuspitzende, unkonventionelle Geschichte fesseln den Zuschauer bis zum Schluss, der nicht völlig befriedigend ist, jedoch einer von diversen Höhepunkten, die im Gedächtnis bleiben. |
|
| Event Horizon |
 |
 |
Event Horizon hat mit Fishburne und Neill gern gesehene Darsteller und eine genretypische Story, die aber bereits nach einer halben Stunde derart vorhersehbar ist, dass Spannung nicht mehr aufkommt, dafür aber Entäuschung über das schwache Script nach Ende des Films. Überall sind Anleihen aus um Welten besseren Filmen (Alien) zu finden, die hölzernen Dialoge und das Nichtvorhandensein einer Handlung stören sehr, einzig die Präsenz der Darsteller rettet den Film ein wenig. Handwerklich ist Event Horizon solide, in das Drehbuch hätten noch einige Monate Arbeit investiert werden müssen.
|
 |
| Evil ('07) |
 |
 |
Nach An American Crime ist Evil die zweite Verfilmung der erschütternden Ereignisse des Sommers 1958, Evil beruht auf der Buchvorlage von Jack Ketchum und ist nicht ganz so faktentreu. Im Vergleich zu An American Crime ist Evil der schlechtere Film, was vor allem an der Inszenierung liegt, die mehr zeigt als andeutet und so etwas plakativ wirkt, aber auch fesselt. Die Darsteller sind ganz passabel, die Charakterzeichnung ebenfalls, doch Evil wirkt etwas künstlicher als An American Crime und ist nicht so stilvoll in Szene gesetzt. |
 |
| Ex Drummer |
 |
 |
Mit hämmerndem Score unterlegt und visuell erfrischend anders umgesetzt, erschlägt Regisseur und Drehbuchautor Koen Mortier sein Publikum mit einem bitterbösem Werk, dass erstaunlich vielschichtig und facettenreich ist. Optisch äußerst dreckig und bisweilen fast schon plakativ, zumindest aber immer direkt, handwerklich experimentierfreudig und deutlich vom Mainstream abgegrenzt und vor allem inhaltlich ist Ex Drummer ein überzeugender Film. Perspektiv- und Kommunikationsprobleme in einer nihilistischen Welt wird mit zynischem Humor aus der vermeintlich lebensfähigeren und -werteren Sicht eines Intelektuellen beschrieben, der sich dann als das vielleicht größte Monster entpuppt. |


|
| Exiled |
 |
 |
Exiled ist ein Film, der auf jeglichen Realismus pfeift und seine Künstlichkeit als Vorteil nutzt: Im Stile von Peckinpah und Woo inszeniert Regisseur Johnnie To die aufwendigen Shootouts stilisiert und ballettartig, brutal und graziös. Die Handlung ist naturgemäß nur ein Vorwand für die Duelle zwischen den Figuren, wobei Erstere stark an ihre Pendants der Italowestern von Leone und Corbucci erinnern. Der Cast ist auch recht ansehnlich, die Darsteller haben Charisma, ihre Charaktere sind allerdings nicht wirklich tiefgründig, außerdem übertreibt es To bisweilen, einige Male wirkt Exiled recht überdreht, bietet insgesamt aber solide Unterhaltung. |
 |
| eXistenZ |
 |
 |
David Cronenberg greift mit eXistenZ einmal mehr die Grenzen der Wahrnehmung des Zuschauers an und visualisiert das, was andere in Metaphern ausdrücken. Diese Visualisierung ist gewöhnungsbedürftig, aber die Grundidee ist interessant und bietet viele Interpretationsansätze. Die Darsteller spielen gut, auch die Dialoge gefallen. Das Ende ist sehr gelungen und regt zum Nachdenken an über nur scheinbar absolute Tatsachen wie Realität und Wahrnehmung der selbigen. |
 |
| Exotica |
 |
 |
Wie so oft behandelt Filmemacher Atom Egoyan seine Themen sehr geschickt und von verschiedenenen Seiten, unter dem Deckmantel der im ersten Moment wenig ergiebigen Handlung lässt er immer wieder einzelne Details hervortreten, die für subtile Richtungsänderungen sorgen. Exotica besitzt eine dichte, düstere Atmosphäre, die im Zusammenspiel mit der subtilen Charakterzeichnung recht gut funktioniert. Über die gesamte Spielzeit fesselt Exotica jedoch nicht, im Mittelteil ist die eine oder andere Länge vorhanden, bisweilen wirkt Egoyans Werk zu zurückhaltend. |
|
| Extremities |
 |
 |
Extremities ist ein typischer Rape&Revenge Film, der wie alle anderen Filme dieses Genres reichlich unreflektiert mit den Themen Gewalt und Selbstjustiz umgeht. Der Verlauf der Handlung ist alles andere als überraschend, Spannung kommt nicht auf. Auch die Inszenierung ist altbacken und unspektakulär, handwerklich ist Extremities lediglich solide. Hauptdarstellerin Farrah Fawcett müht sich, ihre Figur bleibt letztlich aber genauso flach wie die Nebencharaktere. Extremities ist trotz des brisanten Themas langweilig und bieder umgesetzt. |
 |
Eyes Wide Shut
|
 |
 |
Der letzte Film von Stanley Kubrick erinnert inhaltlich an die Werke von Ingmar Bergman, kommt deren Tiefe und Wahrhaftigkeit jedoch niemals nahe (auch, weil Frauen bei Kubrick wie so oft ausschließlich Objekte, Mittel zum Zweck sind). Eyes Wide Shut setzt nicht auf messerscharfe Analyse, sondern auf opernhaftes Ausschmücken, auf Symbolik und Dialoge, die sich ständig an der Grenze zum Schwülstigen bewegen. Das aufwändige Setdesign, die elegische Kameraarbeit und die interessante Lichtsetzung vermitteln viel Stilgefühl und Atmosphäre, sodass keine Längen aufkommen, obwohl die Handlungsebene wenig hergibt.
|


|
nach oben