| Gangs Of New York |
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Die große Stärke von Scorseses Film liegt in seiner opulenten Optik: Die detailreichen schmutzig-rohen Kulissen und Sets sind in jeder Szene ansehnlich, die Zeichnung von Milieu und Figuren ist ungehobelt und der über allem stehende, von Daniel Day-Lewis empathisch-übertrieben gespielte, Antagonist ein einer jener klassischen Schurken, die besser gefallen als die eigentlichen Helden des Films. Die Rohheit des Films verflüchtigt sich allerdings zunehmend, zu sauber und professionell ist die Inszenierung, zu schwach die zu geradlinige Handlung und zu uninteressant die eigentliche Hauptfigur, die von Di Caprio ohne entscheidende Impulse verkörpert wird. Auch die Liebesgeschichte wirkt seltsam leblos und wird von Anfang bis Ende nur behauptet. Insgesamt ist Gangs Of New York schön anzusehendes Hollywoodkino der besseren Sorte, aber eben ein Ausstattungsfilm.
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| Gangster in Key Largo |
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Gangster in Key Largo ist über weite Strecken ein Kammerspiel in der Ästhetik des Film Noir und gefällt vor allem durch die tolle Besetzung: Mit Bogart, Robinson, Bacall, Barrymore und Lupino agieren namenhafte Darsteller, die allesamt ihre Momente bekommen. Gangster in Key Largo erzeugt schnell eine schwüle Atmosphäre, die das Geschehen verdichtet und ihren Teil zum Suspense beiträgt. Das Drehbuch überzeugt jedoch eher weniger, weist bisweilen mäßige Dialoge auf und vermag es nicht, den Raum für die Charaktere zu nutzen, um sie tiefergehend zu beleuchten. Auch das Finale ist lediglich Standardkost. |
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| Gangster No. 1 |
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Der britischer Gangsterfilm lebt vor allem von seiner schnittigen Inszenierung und von den sehr gut aufgelegten Darstellern. Paul Bettany liefert eine überaus charismatische Vorstellung, spielt beängstigend und hat eine immense Ausstrahlung, Malcolm McDowell und David Thewlis ergänzen den Cast gut. Verstörend ist auch eine Mordszene, die das Publikum durch fast durchgängige Point-of-View-Shots aus Opferssicht erlebt. Die Handlung ist allerdings arg schlicht und wenig überzeugend, was sich in einem etwas inkohärenten letzten Drittel und dem etwas ideenlosen Finale wiederspiegelt. |
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| Garage |
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Garage zeichnet das Portrait eines naiv-dummen Außenseiters in der irischen Provinz und konzentriert sich formal auf die Darstellung von Leere und Monotonie. Die Figur erinnert an Forrest Gump, die strenge Inszenierung an die Filme von Bruno Dumont. Das Resultat ist ein tristes Werk, das nicht unterhaltsam daherkommt und mit dichter, schwermütiger Atmosphäre glänzt. Das zerrt allerdings auch am Nerv des Publikums, denn Regisseur Abrahamson ist zwar konsequent, aber auch recht bemüht in seiner Starrheit. Großartig ist hingegen Hauptdarsteller Pat Shortt, dem es mit seiner enormen Mimik und Gestik gelingt, den Zuschauer betroffen zu machen, sodass Garage für Liebhaber kleiner, stiller Dramen zu empfehlen ist, sofern man die Ausdauer mitbringt. |
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| Garden State |
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Garden State besitzt sympathische Charaktere und erzählt seine Geschichte mit einiger Wärme, doch ist im Grunde ein typischer amerikanischer Independetfilm. Das Drehbuch hat einige gelungene Einzelszenen, die Handlung ist jedoch simpel, die lebensbejahende Botschaft stützt sich auf viele Allgemeinplätze und wirkt wenig originell. Gelungen sind Kameraarbeit und Setdesign, auch die Schauspieler wirken überzeugend, sodass Garden State insgesamt durchaus kurzweilig ist, aber ohne Höhepunkte und Nachwirkung daherkommt. |
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| Gardenia - Eine Frau will vergessen |
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Fritz Langs Gardenia - Eine Frau will vergessen ist ein gelungener Krimi, der mit der Wahrnehmung von Zuschauer und Figuren spielt und die Spannung aus der Frage erzeugt, ob deduktive Logik richtig sein muss, nur weil sie sinnvoll erscheint. Anne Baxter überzeugt in der Hauptrolle und hat die Sympathien des Publikums. Im weiteren Verlauf droht dem Film die Vorhersehbarkeit, doch das Finale ist dann geschickt geschrieben. Aufgrund der kurzen Spielzeit und des ordentlichen Tempos ist Langs Spätwerk ein sympathischer kleiner Krimi, der durchgehend unterhaltsam ist, ohne ganz große Höhepunkte parat zu halten. |
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| Gate Of Flesh |
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Suzukis Nachkriegsdrama ähnelt seinen italienischen Pendants und behandelt das Leben einiger Prostituierter in den Slums einer zerstörten Großstadt. Dabei zeichnet Gate Of Flesh Bilder von tristen Leben; die Figuren suchen nach Ordnung und versuchen schlicht, zurechtzukommen. Obwohl Suzuki den Film in graue Bilder tauchte und die psychische und physische Gewalt nicht kalt lässt, überrascht Gate Of Flesh mit amüsanten Details und funktioniert, da die Charaktere nachvollziehbar handeln und glaubhaft wirken. Das Finale ist zwar etwas melodramatisch, aber charmant. |
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| Geboren am 4. Juli |
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Die Handschrift des Regisseurs Oliver Stone ist auch hier wieder klar erkennbar, wirklich viel Neues bietet Geboren am 4. Juli allerdings nicht. Wie üblich zeigt Stone in überspitzten, leicht grotesken Situationen, die aber für sich immer ernstzunehmen sind. Die Darsteller sind sehr gut, die Spannungskurve dagegen recht unregelmäßig, insbesondere wegen der Tatsache, dass der Film nichts erzählt, dass nicht auch schon in anderen Filmen behandelt worden ist. Es fehlt das Besondere an der routinierten Amerikakritik, sodass sich angesichts der überlangen Laufzeit einige Längen auftun. |
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| Gefährliche Begegnung - Die Frau am Fenster |
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Fritz Langs kleiner Film Noir besitzt eine einfache, aber effektive Story, die ihren Protagonisten stetig weiter in die Enge treibt und so einige Spannung erzeugt, aber vor allem kurzweilig ist. Die Dramaturgie ist allerdings ausbaufähig. Dafür überzeugt wie immer Hauptdarsteller Edward G. Robinson, der zwar nicht an manch andere seiner Glanzleistungen anschließen kann, aber über Charisma verfügt. Der Plot bietet einige Überraschungen, die im ironischen Finale auf die Spitze getrieben werden. Dieses wirkt entschärfend und stellt ein Zugeständnis an den Hays Code dar. Alles in allem ist Gefährliche Begegnung ein etwas altbackener, aber unterhaltsamer kleiner Krimi. |
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| Gefährlicher Urlaub - The Man Between |
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Nach Der dritte Mann bediente sich Regisseur Carol Reed erneut einer geteilten Stadt als Schauplatz. Das Berlin von 1953 wurde gut eingefangen und auch die spannenden Ansätze gefallen, leider schafften es die Autoren nicht, die Ansätze zu einer fesselnden Story zu formen. Die Charakterzeichnung ist gut, die Handlung weist dagegen nur schon oft gesehene Situationen auf und Motive auf und erhält das Zuschauerinteresse nur sporadisch aufrecht, The Man Between setzt zu sehr auf Melodramatik denn auch große Intrigen und geheime Machenschaften, weshalb der Grundtenor nie bedrohlich wird und Spannung nicht aufkommt. |
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| Geheimbund Schwarze Legion |
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Der titelgebende Geheimbund ist deutlich an den Ku-Klux-Klan angelehnt und bietet einen Einblick hinter die Fassaden der Organisation. Die Handlung und ihre Figuren wirken aber etwas unglaubwürdig, zudem ist der Film einige Male zu plakativ. Bogart passt sehr gut in die Hauptrolle, glänzen kann wegen der schlichten Figurenzeichnung aber keiner der Darsteller. Geheimbund Schwarze Legion funktioniert als Kritik an derartigen Organisationen, filmisch ist er jedoch nur durchschnittlich. |
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| Geheimnisse einer Seele |
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In Geheimnisse einer Seele beschäftigt sich Regisseur Pabst mit dem Thema der damals noch jungen Psychoanalyse, das mit wissenschaftlicher Hilfe angegangen wurde. Die Handlung ist recht schlicht und für Stummfilme typisch ist das Spiel der Darsteller etwas hölzern. Interessant ist der Film dennoch, als Bild seiner Zeit und der damaligen Gesellschaft, außerdem ist die Bildmontage, insbesondere in den Traumsequenzen, gelungen. Zu fesseln vermag Geheimnisse einer Seele heuzutage freilich nicht mehr, vermittelt aber interessante Details für filmhistorisch Interessierte. |
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Geheimring 99
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Der späte Film Noir Geheimring 99 hat große melodramatische Anteile, die die Kriminalgeschichte immer mal wieder in den Hintergrund drängen. Der Plot ist ebenso schlicht wie die Inszenierung, weshalb der Film recht karg wirkt, während das Drehbuch recht modern daherkommt und einige unkonventionelle Ideen, wie das Foltern mit einem Hörgerät, nutzt. Allerdings fällt das Finale recht enttäuschend aus und der Charakterzeichnung hätten einige Nuancen mehr gut getan. So ist Geheimring 99 insgesamt ein brauchbarer Film Noir mit szenenweise sehenswerten Bildern, der aber nicht überdurchschnittlich ist. |
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| Gehetzt ('37) |
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Fritz Langs Gehetzt ist ein Drama mit vielfältigen Einflüssen. Mit seinen kontrastreichen Schwarz-Weiß-Bildern wirkt der Film optisch wie ein früher Film Noir, inhaltlich greift das Drehbuch mehrere inhaltliche Aspekte auf. Anfangs zeigt Gehetzt einen Mann, der eine zweite Chance sucht, die ihm die Gesellschaft verwehrt, später entwickelt sich der Film zu einem Kriminalstück, erinnert im letzten Drittel an die Geschichte von Bonnie und Clyde. Gerade in der zweiten Hälfte entwickelt sich aus dem grundsätzlich spannenden Plot ein Melodram, was wenig förderlich für die Spannungskurve ist, jedoch die Figurenzeichnung abrundet, hier können auch die Darsteller glänzen. Insgesamt ist Gehetzt zwar nicht frei von Schwächen, aber recht ambivalent und aufgrund der kurzen Laufzeit eine Sichtung wert. |
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| Genie und Schnauze |
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Die gesamte Handlung baut darauf auf, dass die Rollen von Sherlock Holmes und Dr. Watson vertauscht sind. So ergeben sich nicht nur unzählige amüsante Dialoge, wunderbar sind auch die hochklassigen Haupdarsteller: Michael Caine und Ben Kingsley ergänzen sich prächtig, es ist eine Freude den Beiden zuzusehen. Die erste Hälfte konzentriert sich auf seine beiden Hauptfiguren, die Krimihandlung im zweiten Teil überzeugt leider weniger und offenbart kleine Längen. Trotzdem ist Genie und Schnauze charmante Unterhaltung für zwischendurch. |
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| Gerry |
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Ein sperriges Meisterwerk von Gus van Sant. In teils minutenlangen, bildgewaltigen Einstellungen verlieren sich die beiden Protagonisten irgendwo im Nichts. Gerry will nicht unterhalten, sondern feiert den Augenblick, Momente des Schweigens, der stillen Gedanken, des Menschseins selbst. Der Film erzählt nichts, erkärt nicht die surrealen Momente, es gibt kein Gestern oder Morgen. Nihilistisches Arthaus-Kino, das alle Konventionen außen vor lässt. |


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| Gertrud |
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Das letzte Werk von Regisseur Dreyer ist zerdehnt und zäh, entfaltet jedoch schnell eine unnachgiebige Atmosphäre der Schwermütigkeit, die tonnenschwer auf den Figuren, wie auch auf dem Publikum lastet, was wahrlich nicht unterhaltsam ist, aber aufgrund der Kompromisslosigkeit in vielen Momenten sehr wahrhaftig daherkommt. Zusätzlich zur dichten Figurenzeichnung und den melodramatischen und philosophischen Ansätzen gefällt auch die exzellente Optik, denn die Bildkompositionen sind fabelhaft. Gertrud bietet pures, depressives Melodramkino für geduldige Zuschauer, insbesondere Fans der Filme von Ingmar Bergman sollten einen Blick riskieren. |


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| Geschlossene Gesellschaft |
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Der nach einem Theaterstück von Satre inszenierte Film gefällt in seiner bissig-beiläufigen Ironie und erinnert damit genauso wie in seiner räumlichen Begrenzung an die Werke von Luis Buñuel. Die Hölle selbst, als Aufenthaltsort, ist nicht weiter schlimm, eine Abfolge von Zimmern. Schwerer wiegt die Tatsache, dass die drei Hauptfiguren allesamt in eines dieser Zimmer gesperrt werden und einander aushalten müssen. Leider schafft es Geschlossene Gesellschaft nicht, den Witz über die volle Distanz aufrecht zu erhalten, der Mittelteil zieht sich etwas und die Rückblenden sind nicht so interessant wie die augenblickliche Situation der Charaktere. |
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| Gesprengte Ketten |
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Gesprengte Ketten gefällt vor allem durch seine grandiose Besetzungsliste, die mit unzähligen Stars gespickt ist, die allesamt ihre Momente bekommen. Die eigentliche Handlung ist zwar schlicht, doch mit Humor und Wärme erzählt, sodass Gesprengte Ketten trotz seiner stolzen Spielzeit von drei Stunden recht kurzweilig und unterhaltsam ist. Die markanten Charaktere und ihre gut aufgelegten Darsteller, die schönen Dialoge und die nette Situationskomik sind vor allem in den ersten zwei Dritteln spaßig. Der Ausbruch ist spannend inszeniert, die anschließende Flucht jedoch etwas zu lang geraten. So ist Gesprengte Ketten klassisches Starkino das durchgängig gefällt. |
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| Get Carter ('71) |
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Die Handlung ist recht simpel, gefällig ist aber der unterkühlte, britische Stil, den Michael Caine mit seinem minimalistischen Spiel gut unterstützt. Get Carter zieht seinen Reiz aus der trockenen Art, aus seiner lakonischen Atmosphäre, in der Action und Sex plötzlich auftreten und die Charaktere immer bis zur letzten Konsequenz handeln. Die Bilder sind dementsprechend dreckig, Dialoge sind rar, die Argumente Gewalt. Sehr unterhaltsam, doch nach einer Weile geht der Esprit aus, es fehlt an Handlung, weshalb die Spannungskurve bis zum gelungenen Ende stetig nach unten sinkt. |
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| Getaway |
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Sam Peckinpahs Großstadtwestern ist ein typischer Film des Regisseurs geworden: die Szenerie ist ebenso karg wie die unterkühlten Figuren, die geradlinig und unerbittlich ihre Ziele verfolgen. Die Inszenierung der Action ist gewohnt ansehnlich, wie schon in seinen Western nutzt Peckinpah Zeitlupen zur Steigerung. Steve McQueen agiert äußerst kontrolliert und charismatisch, seinen Gegenspieler verkörpert Al Lettieri auch sehr gut. Trotz der kleinen Längen im letzten Drittel ist Getaway einer der besten Actionfilme der 70er Jahre und bietet Drive und Spannung. Angesichts heutiger CGI-Scharmützel ist die handgemachten Action umso ansehnlicher. |
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Gewagtes Alibi
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Über den größten Teil der Spielzeit hinweg ist der Film Noir Gewagtes Alibi ein melancholisches Melodram, das in Rückblenden erzählt wird und erst zum Ende hin zur Kriminalgeschichte umschwenkt. Dabei überzeugt die Grundstimmung des Films, während das Voice-Over etwas zu rührselig daherkommt und reichlich altmodisch wirkt. Nach und nach entwickelt der Plot jedoch Suspense, zudem profitiert Siodmaks Werk im weiteren Verlauf zunehmend von den glänzenden Schauspielern und der Stimmung des Vergänglichen, die einen Fatalismus erzeugt, der im überraschenden Finale bestätigt wird.
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| Ghost Dog |
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Jim Jarmusch präsentiert einmal mehr eine ungewöhnliche Genremischung aus Versatzstücken von Gangsterfilm, Drama und Komödie, angereichert mit Samuraipoesie. Die Darsteller sind ok, handwerklich ist Ghost Dog solide gemacht. Allerdings verfängt sich Jarmusch in Detailspielereien, der Film schwankt stark zwischen Drama und Groteske und wirkt daher nicht. Die langatmige Erzählweise, die kaum vorhandene Handlung und die Pseudopoesie sind ebenfalls negativ anzumerken. |
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| Ghost Rider |
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Nicolas Cage strahlt wie immer Präsenz aus und trägt ganz klar den Film. Die Story ist klitscheehaft und vorhersehbar und bedient sich der üblichen Motive von Comicverfilmungen, wobei er sich viel zu ernst nimmt und eher wie mit hohem Budget ausgestattetem Trash daherkommt. Die Effekte sind gerade noch akzeptabel, alles andere ist aber weit unterdurchschnittlich. |
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| Ghost Ship |
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Dass ein Horrorfilm mit wirklich guten Darstellern aufwarten kann ist eine Seltenheit. Ghost Ship kann dies. Schade nur dass die Schauspieler durch die eindimensionalen Rollen nicht glänzen können, lediglich Byrne strahlt Charisma aus. Die Story ist nett erdacht aber schwach umgesetzt, selbes gillt für fast alles in Ghost Ship. Sowohl Handlung als auch Charaktere oder Action, alles ist zu schlicht gemacht. Selbst das Ende ist schwach und uninspiriert noch dazu, bei dem Budget war mehr drin. |
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| Giganten |
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Mit seinen drei Stunden und dem mehr als zwanzig Jahre umspannenden Handlungsrahmen ist Giganten ein klassisches amerikanisches Epos. Besonders die Besetzung (Dean, Taylor, Hudson) ist superb, bedingt durch die Spielzeit und die gut differenzierte Charakterzeichnung können sich die Darsteller allesamt auszeichnen. Überraschend ist auch, wie kritisch das Drehbuch Themen wie Rassismus und Feminismus, aber auch Moral und Integrität thematisiert. Die Spielzeit führt unweigerlich zu Längen, insbesondere im letzten Drittel. Fesseln kann Giganten nicht, ist aber trotzdem weitaus unterhaltsamer als ähnliche Werke, wie beispielsweise Vom Winde verweht. |
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Gladiator
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Gladiator bietet das übliche Hollywoodkino: produktionstechnisch ist der Film gelungen, hat schöne Sets und Kulissen, ansehnliche Kostüme und aufwendige Massenszenen, stellt sein großes Budget ordentlich zur Schau. Die Geschichte hingegen ist nicht nur konventionell, sondern überaus pathetisch erzählt, mit der Brechstange auf Epik getrimmt, dramaturgisch jedoch wenig ergiebig, weil zu konstruiert. Zugute halten kann man Gladiator jedoch, dass er trotz überdurchschnittlicher Spielzeit recht unterhaltsam ist. Schade ist es um die Figuren, die durchaus Potenzial hatten, aber zu simpel gestaltet sind. Russel Crowe in der Hauptrolle hat deshalb auch einige Mühe, sich gegen das charismatische Duo Phoenix und Nielsen zu behaupten. Etwas überraschend enttäuschen auch die Actionszenen. |
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| Glengarry Glen Ross |
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Die Theaterherkunft merkt man Glengarry Glen Ross positiv an; die Vorlage von David Mamet, der auch das Drehbuch schrieb, konzentriert sich auf wenige Figuren und Szenerien und ist auch zeitlich begrenzt. Dadurch entfaltet der Film schnell eine dichte Atmosphäre, die sich trist und dunkel gestaltet und das Werk wegen der lokalten Begrenzung kammerspielartig wirken lässt. Großartig ist die Besetzung um Pacino, Lemmon, Spacey und Harris, den brillianten Darstellern dabei zuzusehen, wie sie interagieren und allesamt großartige Leistungen abrufen ist die reine Freude. Der Plot selbst ist eher schlicht, Glengarry Glen Ross verdichtet das Scheitern bzw. die Kehrseite des American Dream, eine weitläufige Geschichte ist daher nicht nötig. So bietet der Film von James Foley bestes Darstellerkino, mit hervoragenden Dialogen und hoher Dichte. |
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| Godzilla ('54) |
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Heutzutage ist Godzilla Popkultur pur, mehr und mehr in Vergessenheit gerät dagegen der sehr ernste Grundgedanke des ersten Godzilla-Films, in dem die titelgebende Echse die Personifizierung der atomaren Gefahr darstellt. Obwohl die Effekte alles andere als zeitlos sind und die Darsteller recht hölzern agieren, erschafft der Film eine dichte, latent bedrohliche Grundstimmung und erweist sich als kurzweilige Unterhaltung, bei der inhaltlich das mittels deus ex machina herbeigeführte Finale stört. Der fast schon prophetische Schluss stimmt dagegen nachdenklich. |
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Goldenes Gift
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Jacques Tourneurs Film Noir gehört zu den Referenzfilmen seiner Art und bietet alles, was man mit der Strömung verbindet: die Bildgestaltung ist düster und durchkomponiert, die Dialoge sind rau, aber dennoch geschliffen geschrieben, die Charaktere sind kantig und haben etwas zu verbergen. Hervorragend ist das Darstellerensemble, Robert Mitchum und Kirk Douglas beweisen enormes Charisma, während Jane Greer eine wunderbare Femme Fatale abgibt. Die Handlung erzählt eine Kriminalgeschichte mit melodramatischen Akzenten, die zwar selten Situationsspannung parat hat, aber mit einigem Suspense glänzt. So ist Goldenes Gift ein äußerst runder Film, ein Highlight seiner Zeit zum immer wieder sehen. |
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| Goldrausch |
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Goldrausch ist ein Klassiker der stummen Komödien und bietet einen Charlie Chaplin, der mit viel Slapstick-Humor und seiner typischen Körpersprache einigen Humor versprüht. Die Inszenierung ist recht minimalistisch, der gesamte Film konzentriert sich auf seinen Hauptdarsteller, der aber nicht immer von der schlichten Umsetzung ablenken kann. Für die kurze Laufzeit ist Goldrausch recht unterhaltend, und bietet auch eine Handlung ohne Leerlauf, hebt sich aber nicht sonderlich von Chaplins anderen Filmen ab, bietet seichtes Entertainment für zwischendurch. |
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| Gone Baby Gone |
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Die Darsteller überzeugen ausnahmslos, Casey Affleck beweist dass er völlig zu Unrecht im Schatten seines Bruders steht. Gone Baby Gone ist weit weg vom Hollywoodkino, das Milieu und die Dialoge und Charaktere sind realistisch gehalten, dementsprechend ruhig ist die Handlung. Gut gelungen ist die Atmosphäre, die Darstellerriege überzeugt komplett. Das Ende ist gelungen und durch die realistische Aufmachung vermeidet jeden Pathos, was den Film schwer verdaubar macht. |
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| Good Night, And Good Luck |
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Für Nicht-Amerikaner ist es immer etwas schwer, hinter die politischen Entwicklungen und Stimmungen der USA zu sehen. Good Night, And Good Luck schafft es aber, mit Gefühl, einige Prinzipien der Ära McCarthy darzustellen und für Außenstehende sichtbar zu machen, was vor allem am unaufgeregten Stil liegt. Sichtbar ja, aber nicht fühlbar, was eben auch durch den Stil bedingt ist, zu dokumentarisch, zu spannungsarm wird die Handlung vorgetragen. Trotz der guten Dialoge und obwohl die Darsteller gefallen wirken die Figuren immer etwas zu kühl. Gelungen sind die schwarz-weißen Bilder. |
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| Good Will Hunting |
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Inhaltlich bietet Good Will Hunting lediglich Standardkost, die Geschichte ist wahrlich nicht neu oder tiefgründig, trotzdem ist das Drehbuch gelungen: Die Dialoge sind wunderbar, die Charaktere bieten trotz ihrer einfachen Zeichnung einige Identifikationsfläche, viele Szenen sind sehr pointiert und bleiben in Erinnerung. Robin Williams gefällt in seiner recht typischen Rolle, Hauptdarsteller Matt Damon und die Nebendarsteller Stellan Skarsgård sowie Ben und Casey Affleck runden die guten Leistungen ab. Good Will Hunting ist immer unterhaltsam und versprüht viel Charme. |
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| Gorky Park |
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Gorky Park mixt ein Krimiszenario mit Motiven eines Thrillers zum kalten Krieg und vermag dabei keinerlei Spannung zu erzeugen. Die Erzählweise ist ausgesprochen langsam, die Inszenierung trocken, Atmosphäre kommt nicht auf. Gut sind William Hurt und Lee Marvin in den Hauptrollen, die ihren langweiligen Charakteren wenigstens etwas Präsenz vermitteln konnten. Gorky Park ist offenkundig bemüht seinem Genre gerecht zu werden, versagt aber in allen Elementen. Das Finale könnte einem Western entsprungen sein und stellt einen der wenigen Pluspunkte da. |
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| Gothika |
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Gothika bietet soliden 08/15 Grusel mit großen Logiklücken. Die Darsteller geben sich alle Mühe, die Charaktere bieten aber keine gut verwertbaren Vorlagen. Im Grunde ist die Handlung einfach zu schwach. Die Grundidee ist nicht schlecht, es fehlt aber an einem festen Rahmen, die Story wirkt unfertig, wie Stückwerk. Dazu bedient Gothika einige Klitschees, die Logikfehler stoßen sauer auf, beides beeinträchtigt die in der ersten halben Stunde noch gute Atmosphäre. Auch das Finale ist viel zu schlicht. |
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| Graf Zaroff - Genie des Bösen |
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Graf Zaroff - Genie des Bösen war die Blaupause für unzählige weitere, ähnlich angelegt und billig produzierte Filme, äußerst überraschend angesichts der Qualität des Films. Es krankt hauptsächlich an der Dramaturgie, lange passiert nichts, die lahmen Dialoge sorgen nicht gerade für Spannung und wenige Minuten vor Filmende folgt ein Twist, der mit heutigen Sehgewohnheiten bereits am Anfang vorhergesehen wird und so nicht einmal ein müdes Lächeln entlocken kann. Das Finale ist schwach und höhepunktfrei inszeneniert, spätestens hier sieht man dem Film das knappe Budget und das handwerkliche Unvermögen an, die Zeit hat sichtlich an Graf Zaroff genagt. |
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Graveyard Of Honor
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Der Einfluss, den Graveyard Of Honor hatte, ist beispielsweise in den Filmen von Takeshi Kitano und Quentin Tarantino deutlich sichtbar, sodass der Film für Fans der beiden interessant sein dürfte. Gelungen ist vor allem die Bildgestaltung, auch die unkonventionelle, sehr dynamische Kameraarbeit überzeugt. Die Charakterzeichnung ist allerdings sehr eigen, die Hauptfigur agiert nicht immer nachvollziehbar und entwickelt sich sprunghaft. Überhaupt ist der Plot recht zerfahren und unpointiert, in der Konsequenz zieht sich die zweite Hälfte, trotz des hohen Blutgehalts und der spannenderen Situation, doch etwas. |
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| Green Zone |
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Der Bourne-Regisseur Paul Greengrass bedient sich wie immer des unmittelbaren Handkameraeinsatzes, Green Zone kann in Punkto Rasanz aber nicht mit der Inszenierung der Bourne-Triologie mithalten, auch die Spannung fehlt. Matt Damon spielt die Hauptrolle solide. Neben der durchschnittlichen Inszenierung ist vor allem das Drehbuch erstaunlich uninspiriert: die üblichen Motive, die üblichen Dialoge; alles entwickelt sich erwartungsgemäß, Überraschungen bleiben aus. Green Zone ist in jedem Bereich durchschnittlich, selbst die kaum vorhandene Action ist fad. |
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| Gummo |
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Regisseur Harmony Korine trat vor allem als Drehbuchautor zu Larry Clarks Kids und Ken Park in Erscheinung, für Gummo übernahm Korine selbst die Regie. Sein Film ist ein semidokumentarisches Werk ohne konventionelle Handlung, zeigt unter die Haut gehende Verhältnisse eines White-Trash-Milieus, in dem verwahrloste Kinder sich selbst überlassen sind und auch die Erwachsenen leblos dahinvegetieren. Aufgrund der Direktheit und der nicht vorhandenen Geschichte ist Gummo anstrengend und äußerst unschön, weitab von klassischen Milieudramen. Empathie erzeugt der Film allerdings gar keine. |
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