| O Brother, Where Art Thou? |
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Die Gebrüder Coen stehen für leicht skurrile, erfrischend andere aber nicht immer einfache Filme, für O Brother, Where Art Thou? wurde hauptsächlich auf Homers Odyssee zurückgegriffen. Die Verschmelzung von griechischer Mythologie mit dem Setting Amerikas zur Zeit der Weltwirtschaftskrise funktioniert, ist aber coen-typisch etwas eigenwillig. Die Darsteller sind gut aufgelegt, der Film ist immer dann am besten wenn er seine Vorlage direkt nutzt, dazwischen gibts aber einigen Leerraum und nicht viele Pointen zünden, weshalb dieses Werk nur für wirkliche Fans der Coens empfehlenswert ist. |
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| Ödipussi |
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Loriots Langfilmdebüt ist misslungen: Zwar ist der Dialogwitz in wenigen Szenen lustig und einige Situationen auch, im Großen und Ganzen ist Ödipussi allerdings (zu) offensichtlich bemüht, mit gröbsten Mitteln ein Lachen zu entlocken, was eben deshalb fehlschlägt. Zum einen ist die Handlung reichlich uninspiriert, außerdem wirkt der Film durch die vielen Schauplätze wie eine Sketchsammlung, absolut nicht vertretbar ist das abrupte und gänzlich offene Ende, dass die Frage aufwirft, ob das Budget plötzlich versiegt ist. |
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Ohne Ende
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Kieslowski setzt sich in seinem Film Ohne Ende mit Leben und Tod auseinander, behandelt Themen wie Verlust und Trauer. Dabei trifft der Regisseur genau den richtigen Ton und schafft, unterstützt von den guten Schauspielern, ein glaubhaftes Portrait seiner Hauptfigur zu zeichnen. Fehl am Platz ist allerdings der Subplot, der zuviel Screentime bekommt und längst nicht so interessant ist, auch thematisch nicht viel mit dem Hauptthema des Films zu tun hat, im Grunde also überflüssig ist. So hat der realistisch inszenierte Film durchaus seine Längen. |
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Old Joy
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Old Joy zeigt auf sehr realistische Weise den Campingausflug zweier alter Freunde, 74 Minuten lang. Viel wird geredet, manchmal wird auch geschwiegen, dokumentarisch ist die Inszenierung, eine richtige Geschichte wird nicht erzählt. Trotzdem funktioniert der Film, dem Zuschauer wird die Deutung überlassen, Old Joy ist eine Zustandsbeschreibung der beiden Protagonisten, die sich nach Jahren in Freundschaft fremd geworden sind. Interessanterweise bleiben die großen Emotionen aus, der Film beschränkt sich auf leise, subtile Signale zum Seelenleben der Charaktere. |
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| Oldboy |
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Der zweite Teil von Park Chan-Wook's Rachetrilogie hat zwar eine überaus verschwurbelte Geschichte, die reichlich konstruiert wirkt, dennoch ist Oldboy ein überzeugender Film, der vor allem expressiv gefällt. Setdesign, Kameraarbeit und Musik sind wunderbar, auch die Plansequenzen wissen zu gefallen. Park-Chan Wooks Inszenierung verbindet sehr gut die verschiedenartigen Elemente der Geschichte zu einem homogenen Ganzen, während die Darsteller zwar überzeugend agieren, im Finale aber übertreiben. Oldboy ist somit zwar künstliches Kino, aber auch Kunstkino. |
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| One Hour Photo |
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Robin Williams mit zwei Gesichtern: als krankhaft besessener Stalker und als immer freundlicher Mitarbeiter. Hervorragend menschlich geschrieben sind die Charaktere, auch die Dialoge sind gut. Williams' Charakter zwingt den Zuschauer, Stellung zu beziehen, ist die gute Seite doch liebenswert und die böse meist nur latent. Gerade die latenten Darstellungen und der geringe Grad an wirklicher Gewalt sind positiv anzumerken, zeigt One Hour Photo doch dass im Kopf des Zuschauers stattfindende Gewalt wirkungsvoller ist als plakativ dargestellte. |
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| Onibaba - Die Töterinnen |
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Das herausragendste Merkmal von Onibaba sind die wunderschönen Bilder, die das Publikum schnell fesseln und in eine märchenhafte Welt jenseits von Zeit und Raum entführen. Dort herrscht neben existenzialistischer Monotonie bald auch Erotik, die zum Ende hin subtilem Horror weicht. Gleichzeitig zeigt Regisseur Shindo die Auswirkungen des Krieges abseits der Fronten. Allerdings erfordert Onibaba viel Geduld, denn die knappe Handlung ist nur die Basis für die dichte Atmosphäre und die Darstellung des Alltags der wenigen, gänzlich unsympathischen Protagonisten. So ist Onibaba nicht besonders unterhaltsam, die ganz eigene Atmosphäre und die magischen Bilder machen Shindos Werk dennoch zu einem gelungenen Klassiker des asiatischen Kinos. |
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| Open Hearts |
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Susanne Bier interessiert sich nicht für herkömmliche Plots, ihre Filme betrachten die Dramatik und Tragik, die das Leben für die Menschen bereithält. In Open Hearts entwirft sie eine Situation, die zum Mitfühlen anregt. Zwar wirkt das alles etwas konstruiert, gestaltet sich aber trotzdem sehr interessant, was vor allem an der Nähe zu den Protagonisten begründet liegt. Großen Anteil daran trägt wiederum der Inszenierungstil nach den Dogma-Regeln. Schade, dass Open Hearts im weiteren Verlauf nicht mehr so zu fesseln vermag wie am Anfang, die Figuren entwickeln sich nur langsam, die Handlung kann die Intensität nicht aufrechterhalten. |
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| Operation: Broken Arrow |
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Operation: Broken Arrow ist ein weiterer Actionfilm, den John Woo in den Vereinigten Staaten realisierte. Wie schon in seinen anderen amerikanischen Filmen erreicht auch Operation: Broken Arrow nicht die Dichte von Woos früheren Hong Kong-Krachern, weil die Inszenierung viel zu konventionell ausfällt und insbesondere die Actionsequenzen enttäuschen. Der Film bietet statt epischer Shootouts eine halbgare Schnitzeljagd ohne Höhepunkte. Insbesondere die Charaktere sind viel zu einfach gestrickt, lassen jeden Charme vermissen und führen schwache geschriebene Dialoge. Während Christian Slater in der Hauptrolle recht farblos agiert, kann zumindest John Travolta als Bösewicht etwas Charisma in den Film bringen. Alles in allem ist Operation: Broken Arrow solide Durchschnittskost. |
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| Opfer |
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Andrei Tarkowskis siebtes und letztes Werk Opfer ist formal ein typischer Film des Regisseurs und erinnert anfangs inhaltlich sehr an Bergman. Wie schon in Tarkowskis vorherigen Filmen werden zwei unterschiedliche Welten ineinander integriert, Realismus und Übernatürliches prallen aufeinander und bilden letztlich den Konflikt des Protagonisten. Einmal mehr ist die Bildsprache dabei sehr symbolisch und der Tonfall ruhig, weshalb die 145 Minuten nur sehr langsam vergehen. Langeweile kommt angesichts der dichten Atmosphäre nicht auf, dennoch ist Opfer ein forderndes Werk, das nur über Ausdauer und Interpretationsvermögen funktioniert. |
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| Orlacs Hände ('24) |
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Nach Das Cabinet des Dr. Caligari realisierte Regisseur Wiene mit Orlacs Hände einen weiteren sehenswerten Stummfilm, der vor allem durch seine Bilder überzeugt. Diese sind sehr expressiv und sorgen bisweilen für schauerliche, düstere Atmosphäre, die hervorragend zur sinistren Geschichte passt. Diese lebt vor allem von der Grundidee, die Umsetzung ist jedoch weniger gut gelungen, außerordentlich langatmig ist die Inszenierung, sodass die unbestimmte Grundstimmung des ersten Drittels mehr und mehr zu einer Geduldsprobe gerät. Den Darstellern ist dies nicht anzulasten, allen voran Conrad Veit in der Hauptrolle ist überzeugend. |
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| Outlaw |
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Was als durchschnittlicher Rächerfilm im Stile von Ein Mann sieht rot anfängt, entwickelt sich zu einem in keinster Weise akzeptablen Machwerk, amoralisch und so dumm, dass er nicht mal eine Glorifizierung zustande bringt. Die dümmliche Charakterzeichnung ist unzumutbar, die Dialoge ganz schwach, die Darsteller noch mittelmäßig. Die Action ist spärlich, aber solide inszeniert. Spätestens am Ende ist ersichtlich, dass Motive oder gar eine Intention nie vorhanden waren, anders lässt sich die verquere Richtung, in die der Film abdriftet, nicht erklären. |
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| Outrage |
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Takeshi Kitanos Rückkehr zum Gangsterfilm nach 10 Jahren Abstinenz fühlt sich anfangs an, als hätte es keine Pause gegeben, insgesamt ist Outrage aber eine kleine Enttäuschung geworden: der Film ist von Anfang bis Ende routiniert gedreht, es fehlt aber etwas Besonderes, Handlung und Inszenierung sind solide und auch recht einfallslos, weshalb die Geschichte nicht fesselt und die Charaktere uninteressant bleiben. Der Actionanteil ist sehr gering, weshalb Outrage etwas an Kurzweiligkeit einbüßt und somit ein handwerklich solider, aber schnell vergessener Yakuzafilm mit drastischen Gewaltspitzen ist. |
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| Overlord |
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Der Clou von Overlord ist es, Archivmaterial aus dem zweiten Weltkrieg mit neu gedrehtem Filmmaterial zu kombinieren und so ein Gesamtwerk zu schaffen, das sehr authentisch daherkommt und schnell eine dichte Atmosphäre erzeugt. Dabei vermeidet der Film durch seinen Realismus jegliches Pathos, wirkt aber trotz subtiler Poesie insgesamt etwas kühl und emotionslos. Diese Nüchternheit passt vor allem beim schlichten, und daher sehr bedrückenden Finale sehr gut, hemmt davor allerdings die Identifikation mit der Hauptfigur. So ist Overlord ein formal gelungener Versuch, den Genrefans ruhigen Gewissens ansehen können, der aber insofern scheitert, dass die Nachwirkung eher gering ausfällt. |
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