| Tabu ('31) |
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Zur Zeit der Entstehung begeisterte Murnaus Stummfilm Tabu seine Zeitgenossen mit "besonderen" Bildern aus der Südsee und einer Geschichte über fremde Kulturen. Dieser Mehrwert fehlt natürlich aus heutiger Sicht, sodass die Aufmachung nicht mehr zu begeistern vermag. Dies trifft auch auf die Geschichte zu, die sehr simpel gestrickt ist und weder spannend ist, noch überraschen kann. Als dokumentarisches Bild der damaligen Zeit erzeugt der Film heute noch ein gewisses Interesse, wird deshalb (und wegen der kurzen Laufzeit) nie langweilig, wirklich unterhaltsam ist Murnaus Werk aber nicht, hat längst nicht die Qualitäten anderer Stummfilme.
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Tabu - Gohatto
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Altmeister Ôshima erzählt mit seiner Geschichte von homosexuellen Samurai - ein absolutes Skandalthema für die stolze asiatische Kultur. Die Darsteller spielen glaubhaft, einige Male findet der Film schöne Bilder, doch das Herzstück von Gohatto, das Drehbuch, hat viel wenig zu sagen. Es entsteht keine durchgängige Erzählung, keine Emotionen, die Figurenzeichnung ist grob und unnahbar. Es fehlt an Tiefgründigkeit und Spannung, die Dramaturgie ist flach und größtenteils langweilig, was insbesondere angesichts des kontroversen Stoffes verwunderlich ist. |
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| Tabu der Gerechten |
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Tabu der Gerechten ist von Anfang bis Ende ein klares Bekenntnis gegen Antisemitismus, war der erste Hollywood-Film, der sich mit dem Thema beschäftigte. Hauptfigur (Gregory Peck in einer für ihn typischen Rolle) und Zuschauer erleben als Außenstehende die kleinen Alltagsprobleme der Juden, die langsam gesteigert werden. Dabei fehlt es dem Drehbuch allerdings an Kreativität, es reiht viele antisemitische Szenen aneinander und vergisst dabei das große Ganze. Erst zum Ende kriegt der Film noch die Kurve, Dramaturgie und Charakterentwicklung wird nicht viel Raum eingeräumt. Alles in allem ist Tabu der Gerechten solides Moralkino. |
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Tag der Rache
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Nach ganzen zehn Jahren Drehpause schuf Regisseur Dreyer mit Tag der Rache seinen ersten Tonfilm. Tag der Rache wirkt aus heutiger Sicht recht altbacken, auch die schmucklose Inszenierung gefällt weniger. Inhaltlich ist Dreyers Werk jedoch interessant, denn das Sujet der Hexenverbrennungen im 17. Jahrhundert wird heruntergebrochen auf eine einzige Familie, anhand deren Schicksal die Art und Weise, wie Frauen als Hexen gebrandtmarkt wurden, aufgezeigt wird. Leider verpasst es Tag der Rache, seine tragische Geschichte dramatisch und mitreißend zu präsentieren, sodass das Drama wenig effektvoll daherkommt, obwohl dahingehend durchaus Potenzial vorhanden gewesen wäre. |


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| Tagebuch einer Verlorenen |
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Der Stummfilm von G. W. Pabst ist ein gesellschaftskritisches Drama, das in der Tradition der Neuen Sachlichkeit entstanden ist. Pabst konzentriert sich auf die sozialen Aspekte der Geschichte und gestaltete den Film realistisch, aber mit melodramatischen Ansätzen. Handwerklich ist Tagebuch einer Verlorenen wunderbar, insbesondere die Szenen im Erziehungsheim sind schon fast gruselig und bedrückend in Szene gesetzt. Hauptdarstellerin Louise Brooks verfügt über eine sehr natürliche Ausstrahlung und spielt ihre Opferrolle überzeugend. Als sozial-moralische Geschichte funktioniert der Film gut, es fehlt allerdings das gewisse Etwas. |
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| Tagebuch eines Landpfarrers |
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Robert Bressons Tagebuch eines Landpfarrers zeigt erstmals die Methode des Regisseurs, Bild und Ton konsequent voneinander zu trennen und so zwei Erzählebenen zu schaffen. Abgesehen von dem Einfluss dieses Frühwerks für das Schaffen des Regisseurs ist Tagebuch eines Landpfarrers allerdings eher spröde: die trockene Bildgestaltung und die karge Handlung fordern Geduld, die Thematisierung der sozialen und spirituellen Probleme der Hauptfigur ist stellenweise recht interessant, aber über weite Teile des immerhin 120-minütigen Films zu langatmig und emotionslos. |
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| Tagebuch eines Skandals |
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Judy Dench und Cate Blanchett liefern sich grandiose Schauspielduelle, doch auch die übrigen Darsteller überzeugen. Die Handlung bietet viel Raum zur Entwicklung, die Atmosphäre ist dicht, die Charaktere lobenswert ambivalent und vielschichtig gezeichnet. Tagebuch eines Skandals krankt allerdings an einer Sache: sämtliche Protagonisten sind negativ gezeichnet, mit keinem kann sich der Zuschauer identifizieren, die Beweggründe der Hauptfigur werden selten nachvollziehbar, weshalb der Zuschauer in der letzten Stunde zu keinem Zeitpunkt mit der Protagonistin mitfühlen kann. Erfreulich ist, dass das Ende des Films nicht in einem üblichen Hollywoodende oder gar einem Zweikampf mündet, sondern einen realistischeren Weg wählt. |
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Taking Lives
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Der Cast ist recht ansehnlich, auch atmosphärisch ist Taking Lives zumindest phasenweise. Es fehlt allerdings ein gutes Drehbuch, die Handlung fällt reichlich vorhersehbar und uninspiriert aus, der Twist ist allein durch die Besetzung keine Überraschung. Die Darsteller spielen engagiert, ihre Rollen geben nicht viel her. So ist Taking Lives insgesamt ein recht kurzweiliger, aber unspektakulärer Thriller mit den üblichen Versatzstücken des Genres, der in allen Belangen solide ist. |
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| Tanz der Teufel |
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Von Anfang an besitzt Sam Raimis Kultfilm ein hohes Tempo und erschafft so schnell eine dichte Grundstimmung. Offensichtlich ist das niedrige Budget, doch die Kreativität der Macher gleicht die produktionstechnischen Schwächen desöfteren aus, einzig die schlechten Darsteller fallen durchgehend negativ auf. Ab der Hälfte der Spielzeit verflacht Tanz der Teufel zudem zunehmend, das hohe Tempo lässt keinen Raum für eine Dramaturgie, folgerichtig fällt die Spannungskurve mehr und mehr ab, denn mehr als hysterisches Kreischen und einige liebevollen Splattereffekte hat der Trashklassiker nicht zu bieten. |
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Tanz der toten Seelen - Carnival Of Souls
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Mit äußerst beschränktem Budget inszenierte Regisseur Harvey seinen Gruselfilm sichtlich unter einfachsten Voraussetzungen, sodas Tanz der toten Seelen optisch recht karg ausgefallen ist. In Verbindung mit der schaurigen Musik und den durchaus gelungenen Masken der Darsteller entfaltet der Film jedoch über weite Strecken einen altmodischen Charme und weist szenenweise eine dichte Grundstimmung auf. Die Subtilität der Effekte wirkt sich positiv aus, doch das niedrige Tempo und die fehlende Spannung stellen letztlich Gründe dar, warum Tanz der toten Seelen als Horrorfilm eher mäßig funktioniert. Das uneindeutige Finale überzeugt hingegen und bietet Raum zur Interpretation. |
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| Tanz der Vampire |
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Tanz der Vampire von Roman Polanski nimmt sich und sein Thema zu keinem Zeitpunkt ernst und funktioniert über seinen sehr einfachen Humor mit Slapstickeinlagen zu keinem Zeitpunkt. Die Handlung bleibt fragmentarisch, Atmosphäre kommt angesichts des fehlenden Ernstes nicht auf, die Sets und Kulissen wirken billig. Einzig die Darsteller zeigen so viel Niveau wie es die Charaktere erlauben. Die Folge der Verfehlungen ist viel langatmiger Leerlauf, auch das Ende ist misslungen und kann nichts mehr retten. |
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Tausendschönchen - kein Märchen
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Tausendschönchen - kein Märchen verkörpert die typischen Merkmale der tschechischen neuen Welle der 60er Jahre. Stilistisch ist die Groteske äußerst verspielt und experimentiert mit Farben, Schnitten und Kamera, inhaltlich kommt der Film weitaus wager daher und reiht viele absurde Einzelszenen aneinander, um eine grob gesponnene Geschichte zwischen Anarchie, Selbstbestimmung und Lebenslust zu erzählen. Trotz der kurzen Laufzeit und einigen netten stilistischen Einfällen wirkt dieses unkonventionelle Potpurri recht belanglos und selbstzweckhaft. |
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| Tee im Harem des Archimedes |
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Das französische Jugenddrama setzt vor allem auf eine realistische Zeichnung seines Milieus, der Autor der Buchvorlage, Mehdi Charef, verfilmte seinen Roman selbst. Die lebensnahen Figuren und die trostlosen Darstellungen der Banlieus sind gelungen, die Handlung lässt einen roten Faden aber immer wieder vermissen und schweift ab. So gibt es einige starke Einzelszenen, aber auch Banales. Ebenso verhält es sich mit der Atmosphäre, deren Dichte mitunter schwankt. Die Probleme der Nebenfiguren werden oft nur angedeutet, eine wirkliche Auseinandersetzung lässt der Film etwas vermissen. Dafür gefällt der poetische Schluß. |
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| Teorema - Geometrie der Liebe |
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In Teorema - Geometrie der Liebe seziert Pasolini die Leben einer spießbürgerlichen Familie, indem er einen Fremden einbringt. Dieser Fremde zerstört die Normalität und verschwindet wieder, hinterlässt ein Vakuum und zwingt die Figuren zur Reflexion. Pasolini erklärt nichts, seine Geschichte ist interpretierbar und ohne Katharsis, somit anstrengend zu schauen und wenig unterhaltsam, aber mit interessanter Intention versehen. Die Verweise und Symboliken sind nicht immer entschlüsselbar, Teorema wohnt eine gewisse Künstlichkeit inne, eine Abstraktheit, die zwar nicht besonders befriedigend ist, aber stilistisch und atmosphärisch zu gefallen weiß. |
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| Terminator |
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Es ist wirklich beachtlich, was James Cameron mit relativ wenigen (Finanz)mitteln erreicht hat: Terminator hat eine interessante Handlung, die genau an den richtigen Stellen offene Fragen platziert und zu keinem Zeitpunkt an Geradlinigkeit verliert. Ein Glücksgriff ist die Besetzung von Arnold Schwarzenegger, der die titelgebende Figur mit enormer physischer Präsenz verkörpert. Die Effekte wirken aus heutiger Sicht recht altbacken, dafür überzeugt Terminator mit einer schönen Endzeitatmosphäre und einiger Situationsspannung, sodass der Film insgesamt ein stimmiges Gesamtwerk darstellt. |
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| Terminator II - Tag der Abrechnung |
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Terminator II war die bis dato teuerste Produktion aller Zeiten und Regisseur Cameron somit zum Erfolg verdammt. Somit führte er die Handlung des Erstlings konsequent weiter, platzierte Teil II aber wesentlich dichter am Mainstream, was dem Film viele seiner Qualitäten nimmt. Die Dialoge sind um einiges humororientierter, trotz des wesentlich größeren Actionanteils kommt Terminator II wesentlich softer daher und von der Düsternis des ersten Teils ist der Nachfolger weit entfernt. Trotzdem ergibt Terminator II in seiner rasanten Inszenierung, der gelungenen Weiterentwicklung von Geschichte und Figuren und der unzähligen Actionszenen eine gelungene, unterhaltsame Mischung. |
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| Terminator III - Rebellion der Maschinen |
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Teil III des Franchise ist ein reiner Blockbuster geworden, der das bewährte Konzept solide weiterführt, dabei aber weder künstlerisch noch inhaltlich eigene Impulse zu setzen vermag. Schwarzeneggers Rolle ist wesentlich ironischer angelegt, seine Gegnerin hingegen kein bisschen bedrohlich. So gibt es dann insgesamt eine Geschichte, die von Actionszene zu Actionszene führt, dabei aber in jeder Sekunde belanglos daherkommt und nicht fesseln kann. Glücklicherweise ist das Tempo recht hoch, weshalb Terminator III zumindest passable Unterhaltung bietet. Wirklich gelungen sind aber nur die letzten zwei Minuten des Films - dort ist der Film auch zum ersten Mal eigenständig. |
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Tesis - Der Snuff-Film
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Dass Alejandro Amenábar ein intelligenter Filmemacher ist, konnte der Regisseur schon mit Öffne die Augen beweisen, doch bereits in seinem Langfilmdebüt Tesis sind einige interessante Ansätze vorhanden. Amenábar spielt von Anfang an mit Sensationslust und Erwartungshaltung des Publikums und nährt die Lust an Aufregung stetig. Tesis kommt atmosphärisch daher und funktioniert trotz seiner Schlichtheit recht gut, wandelt sich aber nach und nach zu einem klassischen whodunnit-Film, dessen Ende dann doch ein wenig enttäuschend ausfällt. So ist der Film zwar kein Highlight, unterhält aber zwei Stunden lang. |
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| There Will Be Blood |
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Der Film von Paul Thomas Anderson gefällt vor allem durch seine kraftvolle wie elegische Optik. Die Bilder wirken archaisch und rau und sind trotzdem überaus ansehnlich in Szene gesetzt, scheinen den vergangenen Geist des Amerikas im 19. Jahrhundert zu atmen. Gewöhnungsbedürftig ist das Spiel der Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis und Paul Dano, die beide reichlich chargierend auftreten, ihre Figuren somit theaterhaft anlegen, ihnen aber auch viel Charisma verleihen. Für die Geschichte um geschäftlichen Erfolg um den Preis des menschlichen Scheiterns nimmt sich Anderson viel Zeit, dennoch wirkt die Figurenentwicklung bisweilen sprunghaft und nicht immer nachvollziehbar. Zudem gestaltet sich das Finale reichlich unbefriedigend und ist, wie auch die gesamte Zeit davor, wenig mitreißend, weil das Publikum emotional nicht an die unsympathischen Charaktere gebunden wird. |
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| Things We Lost In The Fire |
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Regisseurin Susanne Bier interessiert sich bei ihrem US-Debüt ebenso wie in ihren dänischen Filmen für Menschen statt für große Geschichten. Dramen leben seit jeher von ihren Darstellern, Bier hat bemerkenswert verschiedene, durchweg gute Schauspieler ausgesucht. Was Things we lost in the Fire aber fehlt ist eine Verbindung der Charaktere in letzter Konsequenz, sie coexistieren ohne wesentliche Bezugspunkte zueinander. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Geschichte zwar immer gefühlvoll ist, jedoch recht wenig erzählt. |
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| This Is England |
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Shane Meadows Rückblick auf die Zeit der Aufspaltung der Skinheadbewegung in England malt ein interessantes Bild der frühen 80er Jahre. Die Optik passt hervorragend: unbearbeitete, raue Bilder ohne Effekte. Die Darsteller sind ok, die Handlung verliert sich zwischendurch ein wenig zu sehr im Detail, die Dialoge sind gut geschrieben und die Atmosphäre ist wunderbar eingefangen. Was dem Film fehlt ist Dramatik, die zugunsten des Coming-Of-Age-Themas weggelassen wurde. |
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| Thomas Crown ist nicht zu fassen ('68) |
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Thomas Crown ist nicht zu fassen ist in vielen Punkten kein guter Film. Die Handlung ist so schlicht wie einfallslos, die müde Inszenierung wirkt altbacken und trocken. Selbst die eigentlich guten Darsteller wirken erstaunlich blass, Steve McQueen wirkt lustlos und längst nicht so cool wie in anderen Rollen, Faye Dunaway wandelt ohne Ausstrahlung durch den Film, dient scheinbar mehr der Präsentation von unzähligen Kleidern. Thomas Crown ist nicht zu fassen generiert kein Interesse beim Zuschauer, geschweige denn Spannung. |
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| Thor |
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Es verwundert, dass ein autarker Filmemacher wie Kenneth Branagh eine Auftragsarbeit übernimmt, um dann einen archetypischen Superheldenfilm zu inszenieren. Thor ist zwar über die gesamte Spielzeit hinweg unterhaltsam, aber völlig belanglos. Darsteller und Setdesign gefallen, die Effekte sind ordentlich, doch inhaltlich orientiert sich Thor an den klassischen Konflikten und Schemata und führt keinen Punkt konsequent zu Ende. Auch die teilweise katastrophal geschnittene Action ist wenig überzeugend, insbesondere das Finale enttäuschend. Insgesamt ist Thor somit purster Durchschnitt. |
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Three Burials - Die drei Begräbnisse des Melquiades Estrada
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Die erste Regiearbeit von Tommy Lee Jones ist ein moderner Western, der, anfangs unchronologisch erzählt, in der zweiten Hälfte zur existenziellen Geschichte über Schuld und Vergebung wird und dabei hauptsächtlich über Bilder funktioniert, denn gesprochen wird nur wenig. Doch hier offenbart sich das Problem: Jones hat nur wenig zu erzählen, bleibt durch die Wortlosigkeit stets an der Oberfläche seiner Figuren, ihr innerer Prozess bleibt dem Zuschauer verborgen, weshalb das Ende sehr unbefriedigend ausfällt - das Drehbuch zieht sich feige aus der Affäre. So ist Three Burials nicht unbedingt langweilig, aber doch etwas belanglos. |
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| Thursday |
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Thursday ist als Epigone von Tarantinos Gangsterfilmen darauf ausgelegt, ein Kultfilm zu sein. Dieses Bemühen ist ihm in jeder Szene anzusehen, das Script ist grob und platt und versucht mit aller Macht, Gewalt und Skurilität unter einen Hut zu bringen. Dies scheitert, weil der Versuch eben so offensichtlich geraten ist, Thursday zu bemüht und möchtegern-cool wirkt und sich viel zu offen auf Sex, Gewalt und coole Sprüche ausrichtet. Die Darsteller mühen sich, das Drehbuch ist jedoch Murks, wie auch die Inszenierung. Ein kleiner Pluspunkt ist die kurze Spielzeit, die den Film gerade noch in einem erträglichen Rahmen hält.
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| THX 1138 |
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Obwohl THX 1138 bereits mehr als vierzig Jahre auf dem Buckel hat, wirkt das Design noch immer frisch und zeitlos, George Lucas hat wunderbare Bilder geschaffen und fängt das Publikum mit dichter, futuristischer Atmosphäre ein, indem er geschickt Ort und Zeit der Geschichte außen vor lässt und sich auf das aktuelle Geschehen konzentriert. Die Handlung selbst ist im Grunde simpel, funktioniert aber gut und unterhält trotz etwas zu ereignislosen Beginns durchgängig. Auch die Darsteller spielen überzeugend, sodass THX 1138 ein rundum gelungener kleiner Film ist. |
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| Tideland |
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Terry Gilliam steht für zauberhafte Welten und Tideland bestätigt diesen Ruf. Doch wie so oft vergisst Gilliam vor lauter Einfällen, Effekten und Kulissen den Zuschauer, Tideland verliert seine Geschichte schon nach kurzer Zeit zwischen vielen Metaphern und Andeutungen, unzählige Handlungsfäden werde aufgenommen und fallengelassen. Der Film stagniert vor sich hin, langatmig, zäh und uninteressant. Anfangs sind die Darsteller ein kleiner Lichtblick, die undefinierbaren Charaktere und die kruden Dialoge nach der ersten halben Stunde können von ihnen aber auch nicht kaschiert werden. |
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| Tigerland |
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Tigerland ist ein Antikriegsfilm der ohne echte Kriegsszenen auskommt und sich auf die Ausbildung der Soldaten konzentriert. Dabei erreicht der Film weder die Intensität von Platoon noch die Doppelbödigkeit von Full Metal Jacket, Tigerland bietet eher eine Light-Version der Referenzwerke, ist aber als solche kurzweilig und unterhaltsam. Der Plot ist nicht besonders überraschend, die Darsteller sind allerdings gut und auch die Optik überzeugt. Das System des militärischen Drills wird überzeugend kritisiert, zum Ende verdichtet sich die Atmosphäre. |
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| TimeCrimes |
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TimeCrimes ist einer der besten Debütfilme der letzten Jahrzehnte. Der anfängliche B-Movie-Charme weicht schnell einer von Anfang bis Ende fesselnden und rasant inszenierten Geschichte mit mehreren Twists, das Drehbuch ist intelligent gestrickt und spielt mit seinem Sujet, ohne Logikfehler aufzuweisen. Stattdessen sorgt TimeCrimes für unzählige Aha-Momente, ist unvorhersehbar und macht auch bei weiteren Sichtungen einen Heidenspaß. Hauptdarsteller Karra Elejalde trägt den Film wunderbar, zudem sorgt der schwarze Humor für einiges Grinsen. |


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| Timeline |
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Die Buchvorlage von Crichton hatte wirklich alles was eine gute Geschichte braucht udn hätte für 4 Stunden Film gereicht. Unverständlich daher, wie ein erfahrener Regisseur wie Richard Donner so uninspiriert zu Werke gehen konnte und wie die Produzenten ein so schlechtes Script freigaben. Timeline erreicht weder Spannung noch Komplexität der Vorlage, von Charaktertiefe ganz zu schweigen. Dann doch lieber das Buch lesen. |
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| Titus |
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Mit Titus wagte die Regisseurin Julie Taymor ein Crossover zwischen Antike und Moderne: auf der gleichnamigen Vorlage von Shakespeare aufbauend erzählt sie eine klassische Tragödie im antiken Rom, in dem moderne Waffen, Fahrzeuge und andere Utensilien einen herben Kontrast zu den theaterhaften Dialogen bilden. So nett diese Idee und einige inszenatorische Spielereien sind, so wenig wird die Verfilmung dem tragischen Stoff gerecht. Taymors Werk ist eine wüst zusammengewürfelte Collage ohne Form, ohne Ordnung, ohne Gefühl für die Eckpfeiler der Vorlage. So überzeugend auch die Darsteller sind - Titus ist viel zu lang, zu poppig und zügellos, verliert bereits nach einem Drittel jeglichen Reiz. |
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| To Die For |
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To Die For verfügt zwar über einen typischen Krimiplot, ist aber von Gus van Sant derart überspitzt gezeichnet, das der Film aufgrund seiner deutlichen TV-Kritik als Mediensatire gelesen werden muss. Dabei lebt To Die For vor allem vom Spiel von Hauptdarstellerin Nicole Kidman, die klar alle Elemente des Films auf sich vereint und trotz der eigenwilligen Charakterzeichnung niemals die Grenze zur Karikatur überschreitet. Der Film leidet allerdings an Langatmigkeit, zu oberflächlich ist die Medienkritik, zu kalt die Inszenierung, Spannung kommt zu keinem Zeitpunkt auf. |
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| Tod durch Erhängen |
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Nagisa Oshimas Film Tod durch Erhängen offenbart in den ersten Minuten ein riesiges Potenzial, zeigt, nur leicht überhöht, wie eine Hinrichtung nicht (ganz) gelingt und Moral, Religion und Gesetze darüber verzweifeln. Das ist ganz große Satire, die gleichzeitig lustig ist und böse, zum Nachdenken anregt. Leider verflacht der Film bereits nach einem Viertel der Spielzeit deutlich, behandelt dann eher Rassismus und ergeht sich in vielen sinnfreien Dialogen und fast schon slapstick-artigem, enervierenden Humor. Für damalige Verhältnisse ist Tod durch Erhängen ein sehr kontroverser Film, der aber sehr mit seiner Zeit verbunden ist und aus heutiger Sicht, bei Unkenntnis der japanischen Politik der 60er Jahre, sehr schwer zu rezipieren ist. |
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| Todeszelle Nr. 5 |
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Todeszelle Nr. 5 ist ein billig produzierter Krimi, der in Rückblenden die Geschichte eines vermeintlich unschuldig Verurteilten erzählt, der durch eine Reihe von unglücklichen Zufall in Mordverdacht gerät. Dabei kommt dem Film vor allem seine kurze Spielzeit von nur 70 Minuten zugute, denn die Inszenierung kommt wenig mitreißend daher, weil die Handlung viel zu offensichtlich die üblichen Plot Points abarbeitet. Das Finale ist alles andere als überraschend, denn aufgrund der sehr überschaubaren Figurenkonstellation ist bereits nach kurzer Laufzeit eindeutig vorhersehbar, wie die Geschichte sich entwickelt. So ist Todeszelle Nr. 5 lediglich ein solider Film ohne Stärken. |
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| Tödliche Entscheidung |
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Regisseur Lumet ist verantwortlich für zahllose Klassiker [Hundstage, Serpico, Die 12 Geschworenen] und legt mit 84 Jahren noch einen sehr interessanten Film vor. Tödliche Entscheidung ist manchmal Thriller und manchmal Drama, aber nie langweillig. Chronologisch etwas verschachtelt und mit ruhiger Übersicht inszeniert, handwerklich ohne Makel und spannend bis zum Ende. Die Darsteller, insbesondere Hoffman, spielen sehr gut. Die Grundhandlung ist ziemlich schlicht, aber ansprechend in Szene gesetzt. |
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| Tödliches Kommando - The Hurt Locker |
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Tödliches Kommando interessiert sich wenig für den Krieg im Allgemeinen, sondern dafür, wie die amerikanischen Soldaten im täglichen Geflecht aus Routine, Befehlen und omnipräsenter Gefahr funktionieren. Zwar ist die Kamera stets dicht am Geschehen, durch den dokumentarischen Stil entsteht aber eine Distanz zwischen Figuren und dem Publikum, das die Gefühle der Protagonisten nur selten mitfühlen kann. Atmosphärisch ist Tödliches Kommando durchgehend, es fehlt aber eine Handlung, die die daraus resultierende Situationsspannung über die gesamte Laufzeit aufrecht erhält. |
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| Tokio-Story |
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Tokio-Story profitiert von den in Cinemascope aufgenommenen Bildern und dem guten Gespür der Beteilligten für die Bildgestaltung. Abgesehen davon ist Samuel Fullers Krimi solide und hat keine großen Fehler, leidet aber einer vorhersehbaren Handlung und bietet deshalb keine Überraschungen oder Spannung. Schön ist das unkonventionelle Setting, da der Film eben in Tokio spielt, statt in einer amerikanischen Metropole. Allerdings wird zu wenig aus dieser Tatsache gemacht. Die Darsteller liefern keine Glanzleistungen ab, sind aber befriedigend. |
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| Tokyo Drifter - Abrechnung in Tokio |
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Mit dem 1966 erschienenden Gangsterfilm Tokyo Drifter setzte sich Regisseur Suzuki über die Vorgaben seines Studios Nikkatsu hinweg und drehte keinen schlichten Yakuzastreifen, sondern ein stilisiertes, bewusst künstliches Werk, das Konventionen außer Acht ließ und sich formal experimentierfreudig zeigte. Trotz seiner genretypischen, ernsten Geschichte ist Tokyo Drifter bunt und stylish, nimmt sich nur selten ernst und lockert das Geschehen durch offensichtlich "filmische" oder klischeehafte Momente auf, wie beispielsweise bei einer Massenschlägerei in Westernsaloon-Manier. Befürworter von poppiger Bildgestaltung und überstilisierten Bildern kommen somit auf ihre Kosten, während Action- und Thrillerfans wenig bedient werden, weil Tokyo Drifter abseits seiner formalen Spielereien wenig zu bieten hat. |
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| Tombstone |
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Toll welche Schauspieler der Film aufbieten kann, Tombstone ist bis in die letzten Nebenrollen prominent besetzt. Daher ist es auch nicht sonderlich schlimm, dass der Film erwartungsgemäß zur mainstreamigen Starschau gerät, denn inszenatorisch ist Tombstone purer Durchschnitt, auch der Inhalt ist lediglich solide. Die legendäre Schießerei am O.K. Corral ist schlicht viel zu oft verfilmt worden. Tombstone ist nicht wirklich ernstzunehmen und wegen der (teilweise allerdings verschwendeten) Darsteller entspannt zu gucken, hat aber außer dem Cast nichts zu bieten. |
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| Total Recall |
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Total Recall ist eine der unzähligen Verfilmungen von Stoffen des Science-Fiction-Autors Philik K. Dick (Blade Runner, Minority Report), ignoriert dessen inhaltliche Tiefe jedoch fast vollständig zugunsten seichter Action. Dick verhandelt die Subjektivität von Wahrnehmung und Identität, doch Verhoeven interessiert sich dafür nur in Ansätzen, er touchiert das Sujet zwar bisweilen, letztlich nutzt er es jedoch nicht und beraubt Total Recall so seiner quälenden Zweifelhaftigkeit. Was bleibt ist ein veralteter Actionfilm mit zum Ende hin hohem Gewaltgrad und netten visuellen Effekten kommt aber vorhersehbar wie spannungsfrei daher und wirkt bisweilen ordentlich trashig.
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| Tote schlafen fest |
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Tote schlafen fest ist eines der bekanntesten Werke des Film Noir. Die Dialoge sind wunderbar unterkühlt, Bogart und Bacall glänzen in ihren Hauptrollen und geben ihren Charakteren viel Charisma, auch die Atmosphäre verdichtet sich schnell. Das große Manko ist allerdings die unnötig verstrickte Handlung, die so einige Ungereimtheiten aufweist und so überfrachtet ist, dass Spannung nicht aufkommt. Dass selbst Regisseur Hawks Verständnisprobleme hinsichtlich des Plots äußerte spricht für sich. Davon abgesehen ist Tote schlafen fest allein wegen des Ensembles zumindest szenenweise unterhaltsam.
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| Tote tragen keine Karos |
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Um Spaß an dieser Film Noir-Hommage haben zu können muss man die Klassiker des Genres gesehen haben, damit nicht nur der slapstickartige Humor übrig bleibt. Gut wird Tote tragen keine Karos nämlich immer dann, wenn Originalszenen anderer Werke in den Film reingeschnitten werden. Ernstgemeint ist hier nichts, Handlung und Charaktere orientieren sich am Slapstick-Humor, bieten eher seichte Unterhaltung, der Mittelteil ist etwas zu langatmig gehalten, das Drehbuch hält zu wenige unterhaltende Szenen parat, sodass Tote schlafen fest eine liebevolle, aber zu brave Hommage an das Genre ist. |
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| Transsiberian |
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Transsiberian ist ungewöhnlich: die monumentale Wegstrecke ist nur Mittel zum Zweck, dient zum Aufbau der sehr gelungenen Atmosphäre. Die Handlung ist untypisch für einen Thriller, schwankt scheinbar ziellos hin und her, hat kaum Stringenz und baut kaum Spannung auf, sondern setzt eher auf Dramatik, dasselbe gilt bei den Charakteren, die erstaunlich tiefgründig gezeichnet werden und hervorragend gespielt werden. Das Ende von Transsiberian geht dann noch einmal in eine völlig andere Richtung. So ist Transsiberian der erwartete etwas andere Film geworden, verspielt durch seine Exzentrik aber so einiges. |
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Traum ohne Ende
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Als einer der ersten britischen Horrorfilme nach dem zweiten Weltkrieg fügt Traum ohne Ende innerhalb einer knappen Rahmenhandlung fünf Episoden locker zusammen, die jeweils von unterschiedlichen Regisseuren gedreht wurden. Wirklich gruselig ist keiner der Parts, eher märchenhaft oder fantastisch. Wie so oft bei Episodenfilmen sind einige Geschichten gelungener als andere, in diesem Fall ist die letzte Episode um eine besitzergreifende Bauchrednerpuppe die beste, während die vier Teile davor allesamt eher solide sind. Traum ohne Ende bietet altmodisch-charmante Unterhaltung für zwischendurch, kann aber aufgrund der unterschiedlichen Episoden nicht überzeugen. |
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| Triumphbogen |
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Basierend auf einem Roman von Remarque, ist Triumphbogen ein düster-pessimistisches Melodram am Vorabend der zweiten Weltkrieges. Hoffnung, Liebe und Menschlichkeit gehen verloren, die Darsteller, insbesondere Ingrid Bergman und Charles Boyer haben viel Raum und können überzeugen. Der tragisch-romantische Hauptplot ist überzeugend, die Nebenhandlung um einen Naziverbrecher, der sich in Frankreich versteckt, kommt dagegen recht flach daher. Die deprimierende Atmosphäre ist zwar dicht, aufgrund des langsamen Tempos ist Triumphbogen ein Film, der etwas langatmig daherkommt, dafür aber mit viel Zeitkolorit gefällt. |
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| Tropic Thunder |
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Tropic Thunder funktioniert in vielen Fällen, obwohl die Gagdichte für eine Komödie sehr gering ist und nur die wenigsten Witze zünden. Großen Anteil haben die Schauspieler, die scheinbar mit viel Spaß bei der Sache waren und die Vorlage ihrer überdrehten Charaktere gut nutzten. Downey Jr. als Afroamerikaner und Tom Cruise als fetter, schmieriger Chef einer Produktionsfirma sind erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Humor zeigt Tropic Thunder mit Seitenhieben auf die Filmindustrie und Method Acting, die Handlung ist aber zu schlicht, zudem sind in der zweiten Hälfte einige Durchhänger vorhanden. |
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| Trouble Every Day |
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Trouble Every Day ist ein Horrorfilm der sein Genre erst spät preisgibt. Regisseurin Claire Denis inszenierte mit unzählige wortlose Szenen, sodass es anfangs schwierig ist, überhaupt einen Ansatz zur Handlung zu finden. Die Charaktere scheinen etwas vor dem Zuschauer zu verbergen und die düstere Atmosphäre lässt alles im Unklaren, wobei die stimmigen Bilder die aufkommende Langeweile bekämpfen. Am Ende steht die Erkenntnis, dass Trouble Every Day zwar wirklich einen unkonventioneller Horrorfilm darstellt, aber trotzdem keineswegs gelungen ist, da die lange Anlaufzeit nicht über die Defizite der unbefriedigenden Geschichte hinwegtäuschen kann. |
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True Grit
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Es ist nicht nur überraschend, dass die Gebrüder Coen sich ausgerechnet diesen konventionellen, lediglich soliden Stoff für ihr Remake ausgesucht haben, sondern auch enttäuschend, dass das sonst so kreative Duo dem originalen John Wayne-Western nichts Neues hinzufügt, keine neuen Ansätze freilegt, keine andere Position einnimmt. Das Remake ist in jedem Moment eine schlichte Neuverfilmung und besitzt dieselben Schwächen wie das Original: Es fehlt an Spannung, an Drive, an einer ausgeprägten Figurenzeichnung, für die der Film ja durchaus Raum böte - davon abgesehen geht dem Werk der sonst so originelle Coen-Touch vollkommen ab. So ist True Grit lediglich ein durchschnittlicher Western mit einer tollen Hauptdarstellerin und passablen Nebendarstellern, aber ohne prägnante Stärken. |
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| True Romance |
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True Romance ist Tarantino durch und durch, mit vielen, kultverdächtigen Dialogen und markanten Charakteren. Noch besser ist der Cast, bei dem sich unzählige bekannte Darsteller mit Spielfreude übertrumpfen. Und auch die Action ist, in Anlehnung an die alten John Woo Filme, prächtig inszeniert. Und trotzdem krankt der Film an einigen Makeln, die den Filmgenuss empfindlich stören. Zum einen ist da die Handlung beziehungsweise deren Fetzen, zum anderen sind die Hauptfiguren absolut unsympathisch, weshalb die Lovestory, immerhin Hauptmotivation des Films, am Zuschauer vorbeigeht. |
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| Tucker & Dale vs Evil |
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Tucker & Dale vs Evil ist eine Horrorfilmpersiflage, die die Motive von Backwood-Slashern ins Gegenteil verkehrt und damit einige gelungene Gags anbringen kann. Durch die umgedrehten Figurentypen, den Wortwitz und die Situationskomik ist dem kanadischen Regisseur und Drehbuchautoren Eli Craig ein durchgängig kurzweiliger Film gelungen, der im weiteren Verlauf aber immer mehr nach den üblichen Genremustern verläuft und es damit letztlich verpasst, sich wirklich von anderen Vertretern abzuheben. Als kleiner Spaß zwischendurch funktioniert Tucker & Dale vs Evil recht gut, bleibt aber nicht lange im Gedächtnis. |
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| Twentynine Palms |
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Twentynine Palms von Bruno Dumont ist ein ein monströses Stück Filmkunst, dass in seiner Subversivität kaum erdrückender sein könnte. Dumont findet die endlose Leere unserer Existenz: Sex als reine Mechanik, eine endlose Wüste, ein Supermarkt voller gefüllter Regale ohne Kunden. Dumont drückt mit Bildern aus was mit Worten schwer zu sagen ist, sein Amerika ist seelenlos wie seine Protagonisten, deren Existenz auf Erden keinen Sinn erfüllt. Wer sich auf diesen Film einlässt wird belohnt mit ruhiger Kunst jenseits jeder Poesie, die die Sinnlosigkeit des Lebens am Ende offenbart.
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